Warum die Logitech-Aktie weiterklettert

Mit einem soliden Weihnachtsgeschäft verweist Logitech die mehrheitlich skeptischen Analysten in ihre Schranken. Obschon die Aktie gut gelaufen ist, setzt sich ihr Höhenflug fort.
23.01.2014 09:12
Von Lorenz Burkhalter
Am Hauptsitz von Logitech in Lausanne zeigt man sich zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft.

Logitech mausert sich immer mehr zum Vorzeigeschüler. Nach zwei Ergebnisüberraschungen in Folge wird der in Lausanne beheimatete Peripheriegerätehersteller nicht müde und legt mit einem überzeugenden Weihnachtsgeschäft nach.

Nicht nur beim Umsatz, auch auf den Stufen Bruttogewinn, EBIT und Reingewinn werden die jeweiligen Markterwartungen teilweise sehr deutlich übertroffen. Darüber hinaus erhöht Logitech die firmeneigenen Gesamtjahresprognosen für den Umsatz und den operativen Gewinn.

Bei der mehrheitlich skeptischen Analystengemeinde kommt der Zahlenkranz für das saisonal wichtige Weihnachtsquartal mehrheitlich gut an. Zur Stunde haussiert die Aktie von Logitech an der Schweizer Börse SIX um 12,3 Prozent auf 13,70 Franken. Händler berichten von regen Aktivitäten, sowohl in den Basiswerten als auch in den Derivaten.

In einem Kommentar schreibt die UBS von einem starken Ergebnis. Die bankeigenen Umsatz- und Gewinnschätzungen seien klar übertroffen worden. Dem schwierigen Umfeld zum Trotz habe Logitech den Umsatz im Jahresvergleich steigern können. Mittlerweile steuere das Geschäft mit Peripheriegeräten für Tablet-PCs 12 Prozent zum Gruppenumsatz bei, was im Jahresvergleich einer Verdoppelung entspreche. Als Verkaufsschlager hätten sich vor allem die zur Tastatur umfunktionierbaren Abdeckungen für Geräte von Apple erwiesen.

Gleichzeitig habe das Unternehmen von signifikanten Fortschritten auf der Kostenseite profitiert, so die Grossbank. Auf Basis der neuen firmeneigenen Jahresprognosen rechnet der Experte der UBS bei den Konsensschätzungen mit Aufwärtsrevisionen im Ausmass von 10 bis 20 Prozent. Er wird seine Schätzungen und das Kursziel für die mit «Neutral» eingestufte Aktie anheben, so lässt er im Kommentar durchblicken.

Beeindruckender Zahlenkranz

Sein Berufskollege von Vontobel führt die Ergebnisüberraschung auf das starke Absatzwachstum mit Peripheriegeräten für Tablet-PCs und Smartphones zurück. Deshalb und dank dem strikten Kostenmanagement nehme der Turnaround bei Logitech immer mehr Formen an. In Erwartung einer Erhöhung der zukünftigen Gewinnschätzungen um 10 bis 20 Prozent nimmt der Analyst sein 14 Franken lautendes Kursziel in positive Revision. Die Aktie stuft er vorerst weiterhin mit «Hold» ein.

Der für die Credit Suisse tätige Analyst bezeichnet den vorliegenden Zahlenkranz als beeindruckend. Logitech sei es einmal mehr gelungen, die Markterwartungen sehr deutlich zu übertreffen. Dass die firmeneigenen Gesamtjahresprognosen angehoben worden seien, sei ermutigend. Trotz der starken Kursentwicklung der vergangenen sechs Monate werde der Markt sehr positiv auf die operativen Fortschritte reagieren, so ist sich der Analyst sicher. Er rechnet auf Stufe EBIT mit einer Aufwärtsrevision der Konsensschätzungen um rund 20 Prozent. Die Aktie von Logitech wird bei der Credit Suisse vorerst mit «Neutral» und einem Kursziel von 8 Franken eingestuft. Zumindest das Kursziel wird nach der Quartalsergebnisveröffentlichung jedoch mit ziemlicher Sicherheit erhöht.

Nur gerade bei der Zürcher Kantonalbank wird die Aktie von Logitech zum Kauf empfohlen. Entgegen den Befürchtungen nach dem desaströsen Resultat von Best Buy liege das operative Ergebnis klar über den Markterwartungen. Insbesondere die Umsätze hätten die Schätzungen dank einem starken Wachstum ausserhalb der PC-Kategorien überschossen. Dank neuen Produkten seien wiederum höhere Preise erzielt worden. Ausserdem seien die Verkaufs- und Vertriebskosten dank Sparprogramm überraschend tief ausgefallen, was erneut den Turnaround unterstreiche.