Was das Oktoberfest über Teuerung und Aktienanlagen verrät

Wer die Bierpreise vom Oktoberfest 1960 mit denjenigen von heute vergleicht, gerät schnell ins Grübeln und Studieren.
30.09.2016 12:29
Von Pascal Züger
Inflation und Bier: Zwei(erlei) Mass am Oktoberfest in München.
Inflation und Bier: Zwei(erlei) Mass am Oktoberfest in München.
Bild: Pixabay

Noch bis am 3. Oktober pilgern Bierfreunde weltweit nach München an das Oktoberfest. Wer dort ein Mass bestellt (1 Liter Bier), muss dafür auch ordentlich in die Taschen greifen: 10,50 Euro bezahlt man in diesem Jahr dafür.

Das war 1960 noch anders: Ein Liter Bier kostete damals umgerechnet 0,95 Euro - umgerechnet deshalb, da es die Währung Euro noch nicht gab. Mit 10 Euro konnte sich ein Oktoberfest-Besucher etwas mehr als 10 Mass leisten. Bier im Überfluss also. Über die Jahrzehnte reduzierte sich der Wert dieser 10 Euro massiv, wie die Grafik von Allianz Global Investors aufzeigt:

Quelle: Allianz Global Investors

1980 gab es für 10 Euro noch etwas mehr als vier Mass Bier, 2000 etwas weniger als zwei, und heute reicht es nicht mal mehr für ein einziges. Das entspricht von 1960 bis heute einer Teuerung von 4,3 Prozent pro Jahr - gerechnet in Masspreisen am Oktoberfest. 

Diese Teuerungsrate ist aber höher als die effektive Inflation, da das Fest in München die Preise wegen seiner enormen Popularität über die Jahre überproportional erhöhen konnte. Ein Artikel von Bloomberg verrät, dass sich der Masspreis seit 1985 verdoppelt hat, während die effektive Erhöhung der Konsumentenpreise in Deutschland nur 70 Prozent beträgt.

Aber auch wenn die eigentliche Teuerung nicht mit dem Anstieg der Oktoberfestpreise mithalten kann, ist sie trotzdem nicht unerheblich. Sie nagt jährlich am Wert unseres Vermögens - sofern die Teuerung nicht negativ ist wie in der Schweiz oder im Euroraum seit einiger Zeit.

Aus Anlegersicht lässt sich daraus schliessen: Wer das Geld über eine längere Zeit nur in Bar hält, erleidet wegen der Inflation einen Wertverlust. Verbleiben als Optionen der sofortige Konsum - oder das Geld in gewinnbringende Assets wie etwa Aktien zu investieren, wie Geldinstitute oft vorschlagen.

Anstatt am Oktoberfest 1960 über zehn Mass Bier zu trinken, hätte der bierselige Besucher seine 10 Euro auch in Aktien investieren können. Allianz Global Investors rechnet vor, dass aus den 10 Euro - die im Jahr 1960 in den deutschen Aktienmarkt C-Dax investiert wurden - heute 395 Euro geworden wären. Und damit kann man sich am diesjährigen Oktoberfest sogar 37 Mass leisten. In dem Sinne: Prost.