Was tun bei geringen Kursschwankungen?

An den Devisenmärkten sind die Kursschwankungen so gering wie seit Jahren nicht mehr. Eine Studie verrät, wie Anleger sich verhalten sollten.
04.06.2014 08:29
Von Lorenz Burkhalter
Das Wealth Management der UBS sagt, wie Anleger sich an den Devisenmärkten im aktuellen Umfeld am besten zurechtfinden.

Schuld sind die führenden Zentralbanken: Mit ihrer ultralockeren Zins- und Geldpolitik glätten sie an den Finanzmärkten gewollt oder ungewollt die Kursschwankungen. Damit stellen sie die anderen Marktakteure vor ein grundlegendes Problem: Wie lässt sich mit dem Handel überhaupt noch Geld verdienen?

Letztmals seien die implizierten Volatilitäten vor der Finanzkrise von 2007 so tief gewesen, stellen Strategen des Chief Investment Office von UBS Wealth Managements fest. Dennoch halten sie die Situation nicht mit jener von damals für vergleichbar. Eine erneute Krise halten die Strategen für unwahrscheinlich.

Im aktuellen Umfeld legen die Strategen ihrer Kundschaft nahe, ihr Verhalten wie folgt anzupassen:

Kurzfristig agieren: Die Situation an den Märkten könne jederzeit und ziemlich rasch kippen. Den Verkäufern von Währungsoptionen raten die Strategen deshalb, sich auf kurze Laufzeiten zu konzentrieren und sich nicht zu lange zu binden. Nur so sei eine rasche Reaktion auf Veränderungen möglich.

Auf Währungen mit einer klaren Trend setzen: Eine tiefe Volatilität bedeute an den Devisenmärkten auch geringe Kursschwankungen. Gerade in einem solchen Umfeld sei es wichtig, eine feste Meinung zu haben und auf klare Trends zu setzen. Solche sehen sie in einem festeren Dollar, Pfund und Euro sowie in einem schwächeren Franken und Yen.

Langfristige Absicherungen sind günstig: Die Preisgestaltung von Währungsoptionen sei auf kurze und mittlere Sicht zwar fair. Langfristig betrachtet seien die erwarteten Volatilitäten vermutlich jedoch zu tief. Die Strategen halten Optionen mit längeren Laufzeiten daher für günstig und raten diesen Umstand für Absicherungsgeschäfte zu nutzen.

Volatilitäten und Kursschwankungen bleiben tief: Die Kursschwankungen und die Volatilitäten seien nicht über Nacht derart stark zurückgefallen. Der Rückgang habe Jahre gedauert und sei graduell verlaufen. Der Grund liege bei den geldpolitischen Vorstössen führender Zentralbanken. Von dieser Seite her erwarten die Strategen vorerst keine grösseren Veränderungen und raten Anlegern davon ab, auf steigende Volatilitäten zu setzen. Und falls ja, dann nur mit langfristigen Konstrukten.