Weidmann: Aufschwung setzt sich trotz Brexit fort

Der deutsche Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sieht nach dem Brexit-Votum den Aufschwung in der Euro-Zone nicht in Gefahr.
04.08.2016 07:11
Jens Weidmann: «Die Risiken und Nebenwirkungen der ultralockeren Geldpolitik nehmen zu».
Jens Weidmann: «Die Risiken und Nebenwirkungen der ultralockeren Geldpolitik nehmen zu».
Bild: Bloomberg

Der konjunkturelle Ausblick für den Währungsraum ändere sich durch das Votum nicht grundlegend, sagte Weidmann der Wochenzeitung "Die Zeit" vom Donnerstag. "Es dürfte zwar einen kleinen Dämpfer geben, aber insgesamt wird sich die Aufwärtsbewegung fortsetzen." Es sei allerdings noch zu früh, um eine verlässliche Aussage darüber zu treffen, was das für die Preisentwicklung bedeute. Darüber werde sicherlich auf den nächsten Sitzungen des EZB-Rats diskutiert.

Die Zinsen seien schon jetzt sehr niedrig, die Finanzierungsbedingungen kein wirkliches Investitionshemmnis, sagte Weidmann weiter. "Und klar ist auch: Die Wirkung der ultralockeren Geldpolitik nimmt mit der Zeit ab, und die Risiken und Nebenwirkungen nehmen zu."

Allerdings sei die Unsicherheit derzeit ausgeprägt, und es müssten die nächsten Konjunkturindikatoren abgewartet werden, um die Konsequenzen des Brexit-Votums besser abschätzen zu können, betonte Weidmann. Die EZB entscheidet im September das nächste Mal über den Leitzins für die Euro-Zone.

In Grossbritannien steuert die Wirtschaft nach dem Votum für ein Ausscheiden aus der Europäischen Union dagegen auf den stärksten Konjunktureinbruch seit sieben Jahren zu. Experten rechnen daher damit, dass die britische Notenbank am Donnerstag ihren Leitzins senkt, um das Wachstum zu stützen.

(Reuters)