Weitere BörsengängeCS-Investmentbankchef rechnet mit anziehender M&A-Aktivität

Der Chef der CS-Investmentbank, James Amine, rechnet mit einer zunehmenden M&A-Aktivität im Verlauf des Jahres.
19.06.2017 14:44
 Chef der CS-Investmentbank, James Amine.
Chef der CS-Investmentbank, James Amine.
Bild: Bloomberg

 "Ich gehe davon aus, dass die Aktivität vor allem in der zweiten Jahreshälfte weiter Fahrt aufnehmen wird und das Volumen aus 2016 erreichen kann", sagt er in einem Interview mit dem deutschen Handelsblatt. Vier Gründe macht er dafür verantwortlich: Erstens würden die Aktienmärkte gut laufen, die aufgrund der verbesserten Erträge der Unternehmen immer neue Höhen erreichen würden. "Das stärkt das M&A-Geschäft." Zweitens befinde sich die Zuversicht der Unternehmenslenker in den USA auf einem Vierjahreshoch und drittens würden die historisch niedrigen Zinsen die Fremdfinanzierungen günstig machen.

Als vierten Grund nennt der CS-Manager die Aussicht auf weniger Regulierung unter der neuen Trump-Regierung, die für ein positives Momentum im Markt sorge.

Entscheid zu London noch nicht gefällt

Ob die Bank als Reaktion auf den Brexit London verlassen wird, ist noch nicht klar. Derzeit würden verschiedene Szenarien geprüft, man habe aber "noch nicht final entscheiden", so Amine weiter. Seiner Meinung nach dürfte der Standort Frankfurt innerhalb Europas ein relativer Gewinner sein und durch den Brexit die meisten Arbeitsplätze in der Finanzbranche hinzugewinnen.

Im weiteren geht er davon aus, dass chinesische Akquisiteure, die in jüngster Vergangenheit für Impulse im M&A-Geschäft gesorgt haben (u.a. Übernahme von Syngenta durch ChemChina) etwas zurückhaltender auftreten werden. "Ihr M&A-Engagement wird im Vergleich zum bisherigen Niveau eher etwas zurückgehen, vor allem werden Zukäufe aber strategischer, weil die Regierung einige Restriktionen eingeführt hat", sagte Amine. Mehr Klarheit werde der Volkskongress Ende des Jahres bringen.

Er gehe davon aus, dass es in Europa weitere Konzernabspaltungen geben werde, die an die Börse kommen würden. "Das ist eine wichtige Entwicklung, denn global gesehen hat die Zahl der börsennotierten Gesellschaften abgenommen", führte Amine weiter aus. Die Investoren würden aber eine breite Auswahl an Titeln wollen. Wenn die Kursentwicklung der Aktie nach dem Listing stimme, werde die Nachfrage nach Börsengängen steigen, zeigt er sich überzeugt.

(AWP)