Welche Aktien vom Zinsanstieg profitieren

Die Strategen von Goldman Sachs rechnen mit einer steigenden und flacher werdenden Zinskurve. Und sie sagen, mit welchen Aktiensektoren Anleger in Europa am besten fahren.
28.03.2014 08:27
Von Lorenz Burkhalter
Goldman Sachs befürchtet steigende Zinsen und setzt auf Technologieaktien.
Goldman Sachs befürchtet steigende Zinsen und setzt auf Technologieaktien.
Bild: Bloomberg

In den USA haben die Zinsen nun auch am kurzen Ende zu steigen begonnen. Goldman Sachs geht nicht nur von einer Fortsetzung dieses Anstiegs, sondern auch von einer flacher werdenden Zinskurve aus.

In der Aktienstrategie für Europa blicken die für die amerikanische Grossbank tätigen Verfasser deshalb in die Vergangenheit zurück. Ihre Botschaft ist unmissverständlich: Obschon vorübergehend Rückschläge möglich seien, sollten die Märkte grundsätzlich positiv auf die von einem tiefen Stand aus steigenden Zinsen reagieren.

Die Strategen raten Anlegern zu Aktien aus den Sektoren Technologie, Grundstoffe, Medien, Telekommunikation und Chemie.

Gewaltige Unterschiede bei der Entwicklung der Aktiensektoren

Den Experten zufolge gab es in der Zeit seit 1990 mehrfach Situationen, in denen die Rendite zweijähriger amerikanischer Staatsanleihen stärker als die zehnjähriger Anleihen kletterten und die Zinskurve in Übersee dadurch flacher wurde.

An den europäischen Aktienmärkten habe davon vor allem der Technologiesektor profitiert. Auf einen Zeithorizont von drei Monaten habe diese Branche um 4,2 Prozent besser als der breite Markt abgeschnitten, gefolgt von den Sektoren Grundstoffe mit 2,6 Prozent, Medien mit 2 Prozent, Telekommunikation mit 1,1 Prozent und Chemie mit 0,7 Prozent.

Im Gegenzug hätten die Aktien der Nahrungsmittelhersteller den breiten Markt um 1,7 Prozent verfehlt, gefolgt von Aktien aus dem Detailhandel mit einer unterdurchschnittlichen Entwicklung von 1,7 Prozent, den Banken mit 1,3 Prozent, dem Gesundheitssektor mit 1,3 Prozent und den Immobilienaktien mit 1,2 Prozent.

Die Strategen von Goldman Sachs glauben, dass sich diese Beobachtung über die kommenden Monate wiederholen könnte.