Welche Tipps Buffett den Erben gibt

Investorenlegende Warren Buffett hat klare, aber einfache Vorstellungen, wie Generationen nach ihm Geld verwalten sollen.
20.03.2014 13:57
Von Ivo Ruch
Noch ist Milliardär Buffett aktiv und äusserst erfolgreich.
Noch ist Milliardär Buffett aktiv und äusserst erfolgreich.
Bild: Bloomberg

Es sind die wohl grössten Investoren-Fussstapfen, die es dereinst auszufüllen gilt. Wenn der 83-jährige Warren Buffett das Ruder seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway abgibt, tritt einer der erfolgreichsten Investoren der letzten Jahrzehnte ab.

Nun gibt Buffett seinen Nachfolgern und Generationen nach ihm einen überraschenden Anlagetipp, wie das "Wall Street Journal"kürzlich schrieb. "Investiert euer Geld in Indexfonds und das war's." Er plane, nach seinem Rücktritt mit seinem Geld dasselbe zu tun, so Buffett.

Buffetts konkreter Rat an den zuständigen Treuhänder: 10 Prozent des Bargeld in kurzfristige Staatsanleihen und 90 Prozent in einen günstigen Fonds, der den Index S&P 500 abbildet.

Dabei denkt Buffett an ein Produkt des Fondsanbieters Vanguard, weil dort die Kosten besonders tief seien. Vanguard ist genossenschaftlich organisiert und gilt als einer der Vorreiter der börsenkotierten Indexfonds (ETF). Seit Anfang 2013 sind auch in der Schweiz einige Vanguard-Fonds erhältlich.

Langfristig und nachvollziehbar

Im Falle seines Todes will das "Orakel von Omaha", dass seine Berkshire-Anteile an Wohltätigkeitsorganisationen gespendet werden. Das Bargeld hingegen sollen seine Erben ebenfalls in Indexfonds investieren. 

Er sei überzeugt, dass diese Strategie langfristig die Mehrheit der anderen Investoren schlagen werde, schrieb Buffett in einem Brief an seine Aktionäre. Buffett ist bekannt für seien langfristigen Investments. Gleichzeitig investiert er nur in Unternehmen aus Branchen, die er grundsätzlich versteht und deren Geschäfte er nachvollziehen kann.

Buffett macht also deutlich, dass er nicht will, dass sein Nachlassverwalter das Geld in seiner eigenen Firma Berkshire belässt. Spürbar ist mit dem Rat zu Passivinvestments auch seine Abneigung gegen Berater und Vermögensverwalter jeglicher Art.

Beeindruckende Bilanz

Obwohl 2013 der Gewinn von Berkshire Hathaway um 31 Prozent auf 19,5 Milliarden Dollar stieg, wurde erstmals ein Langfristziel verpasst: Zwischen Ende 2008 und Ende 2013 hat das Nettovermögen von Berkshire weniger stark zugelegt als der S&P 500-Index im selben Zeitraum.

Dennoch bleibt Buffetts Bilanz als Investor mehr als beeindruckend. Mit seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway hat er von 1965 bis 2012 eine Jahresrendite von durchschnittlich gegen 20 Prozent eingefahren.