Weltweite Stahlnachfrage wächst langsamer

Die Abkühlung der chinesischen Wirtschaft beeinträchtigt auch die langfristigen Aussichten der globalen Stahlindustrie.
15.02.2016 15:15
Stahlplatten-Produktion in den USA.
Stahlplatten-Produktion in den USA.
Bild: Bloomberg

Die weltweite Stahlnachfrage werde bis 2025 nur noch um durchschnittlich 2,9 Prozent pro Jahr auf dann 2,23 Milliarden Tonnen steigen, wie aus einer am Montag veröffentlichten Studie der Beratungsgesellschaft PwC hervorgeht. Vor einem Jahr lag die Prognose noch bei 2,35 Milliarden Tonnen. "Das reduzierte Wirtschaftswachstum in China und die anhaltende Konjunkturschwäche in Russland wirken sich unmittelbar auf die globalen Stahlmärkte aus und setzen die Branche weiter unter Druck", sagte der PwC-Experte Nils Naujok.

China war in den vergangenen Jahr zu dem mit Abstand grössten Stahlproduzenten und -verbraucher aufgestiegen. Doch nun rechnen die PwC-Analysten dort nur noch mit einem durchschnittlichen Nachfragewachstum von 2,5 Prozent in den nächsten Jahren. Dennoch werde China weiterhin mit rund 43 Prozent den grössten weltweiten Stahlbedarf haben. Zudem werde das Land auch auf Produzentenseite weiter Dreh-und Angelpunkt der gesamten Branche sein. Zuletzt hatte China massenhaft nicht benötigten Stahl auf den Weltmarkt geworfen und damit die Preise auch in Europa erheblich unter Druck gesetzt.

Langsame Erhholung in der EU

In der Europäischen Union soll sich der Studie zufolge die Stahlnachfrage weiterhin nur langsam erholen. Die Experten gehen von einem durchschnittlichen Wachstum von 1,8 Prozent jährlich auf 180 Millionen Tonnen 2015 aus. Dabei bleibe Deutschland der Stabilitätsanker. Dazu trägt auch die laut PwC hohe Innovationskraft der Stahlhersteller hierzulande bei. Rund ein Drittel aller 4300 wichtigen Stahlpatente im Jahr 2014 kam aus Deutschland.

Es gibt aber noch Nachholbedarf. Noch seien neuere Entwicklungen stark auf einzelne Produkte bezogen, sagte Naujok. "Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung müssen Stahlunternehmen künftig aber die Innovationspotenziale in der gesamten Kundenwertschöpfungskette in den Blick nehmen, etwa indem sie ihre Prozesse und Services weiter optimieren oder ihre Kunden stärker in ihre Entwicklungstätigkeit einbinden."

(AWP)