Wenig Impulse - SMI weiterhin im Minus

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Montagmittag nach wie vor klar im Minus. Der Leitindex SMI näherte sich dabei vorübergehend bis auf wenige Stellen der 8300-Punkte-Marke.
30.01.2017 12:47
Dessertgebäck von Aryzta: Der Aktienkurs ist für die Investoren derzeit aber alles andere als süss.
Dessertgebäck von Aryzta: Der Aktienkurs ist für die Investoren derzeit aber alles andere als süss.
Bild: ZVG

Händler sprechen nach der insgesamt guten Vorwoche von Gewinnmitnahmen, welche auch durch die neusten Entscheide von US-Präsident Donald Trump ausgelöst worden seien. Abgesehen davon fehlten am Markt Impulse, und solche werden auch am Nachmittag nicht mehr erwartet.

Der konkrete Entscheid Trumps vom Wochenende, ein Einreiseverbot für muslimisch geprägte Länder zu erlassen, dürfe nicht überbewertet werden, heisst es in Händlerkreisen. Gleichwohl trage er zur gegenwärtigen Unsicherheit bei. Diese werde wohl am Mittwoch augenfällig, wenn die US-Notenbank ihren nächsten Zinsentscheid fällt. "Auch die Fed weiss nicht, was von politischer Seite auf sie zukommt; zu unklar und zu unstetig sind die Aussagen von Trump und seiner Entourage", meint ein Analyst. Das Gremium um Janet Yellen stochere im Nebel.

Bis gegen 12 Uhr verliert der Swiss Market Index (SMI) 0,46% auf 8'341,01 Punkte, das Tagestief war bei 8'310 Zählern markiert worden. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,29% auf 1'335,14 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,46% auf 9'109,84 Stellen ein. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 23 im Minus und sieben im Plus.

Aryzta sehr schwach

Die Verliererliste bei den Blue Chips wird unverändert von Aryzta (-2,6% oder -0,75 CHF) angeführt. Für einmal sind beim Backwarenkonzern aber nicht negative Geschäftsnachrichten für das Minus hauptverantwortlich, sondern der Dividendenabgang von rund 57 Rappen.

Dahinter verzeichnen die Uhrentitel von Richemont (-1,3%) und Swatch (-0,9%) auffällige Verluste. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen, nachdem diese beiden Titel seit Jahresbeginn um über 10% zugelegt hatten und damit im SMI hinter dem Spezialfall Actelion die beste Performance aufwiesen. Diskutiert wird am Markt auch eine Meldung aus der Sonntagspresse, wonach die Richemont-Tochter Jaeger-LeCoultre in den nächsten Wochen eine grössere Rückkaufaktion eigener Uhren starten will.

Markant im Minus sind ausserdem die schwergewichtigen Nestlé (-1,2%). Die Liberum-Experten haben den Daumen gesenkt und eine Verkaufsempfehlung ausgesprochen. Ein enttäuschendes Wachstum sowie teure Akquisitionen würden 2017 auf die Bewertungen im Nahrungsmittelsektor drücken, heisst es zur Begründung. Die Analysten gehen zudem davon aus, dass die Markterwartungen an den neuen CEO Ulf Mark Schneider sowie an potenzielle Strategieänderungen und Übernahmen zu optimistisch sind.

Mehr als 1% geben ansonsten nur noch Swiss Re (-1,2%) und Sonova (-1,1%) nach.

Auch die schwergewichtigen Roche (-0,6%) ziehen den Gesamtmarkt nach unten. Das Unternehmen wird am Mittwoch den Jahresabschluss 2016 vorlegen. Besser halten sich Novartis (-0,3%). Die Titel dürften von einem Pressebericht profitieren, wonach die Projekte in der Immunonkologie (CAR-T) intensiviert werden.

Banken uneinheitlich

Bei den Banken ist die Entwicklung uneinheitlich. Julius Bär (-0,2%) und CS (-0,1%), die am Freitag beide markante Abgaben verzeichnet hatten, geben weiter nach. Die Investoren warten nun gespannt auf den Jahresabschluss von Julius Bär, der am Mittwoch veröffentlicht wird. Bei der Credit Suisse wurde am Wochenende bekannt, dass der Grossbank in Genf ein Verfahren im Zusammenhang mit einem möglichen Grossbetrug droht.

Bei den UBS-Valoren (+1,2%), die am Freitag nach der Präsentation des Jahresabschlusses ebenfalls deutliche Verluste erlitten hatten, kommt es hingegen zu einer Gegenbewegung.

Abgesehen davon legen nur noch Givaudan (+1,5%) mehr als 1% zu. Der Aroma- und Riechstoffproduzent wird am Dienstag die Jahreszahlen vorlegen. Analysten erhoffen sich eine Fortsetzung des stetigen Wachstums und eine höhere Dividende.

Am breiten Markt ziehen Gurit (-1,2%) nach enttäuschenden Umsatzzahlen grössere Aufmerksamkeit auf sich. Besser kommen die Vorabzahlen von Metall Zug (+1,5%) an.

Auffällige Gewinne verbuchen am breiten Markt zudem Adval Tech (+5,5%), Starrag (+4,7%) und Bossard (+3,4%). Auf der anderen Seite geben Von Roll (-4,9%), Dottikon (-4,6%) und Kuros (-2,6%) überdurchschnittlich nach.

(AWP)