Werkstoffe und Textilmaschinen - Schweiter knackt erstmals Umsatz-Milliarde

Der Werkstoff- und Maschinenhersteller Schweiter hat im Geschäftsjahr 2016 die Milliarden-Marke beim Umsatz geknackt und gleichzeitig den Reingewinn kräftig gesteigert.
13.03.2017 07:05
Ein Gebäude mit Kernmaterialien von Schweiter.
Ein Gebäude mit Kernmaterialien von Schweiter.
Bild: ZVG

Der Industriekonzern Schweiter ist im vergangenen Geschäftsjahr dank Zukäufen stark gewachsen und hat wie angekündigt erstmals die Grenze von 1 Mrd an Umsatz überschritten. Im Vergleich dazu zogen die Gewinnziffern gar überproportional auf neue Rekordwerte an. Die Dividende soll dennoch und trotz zuversichtlichem Ausblick unverändert belassen werden.

Der Umsatz legte um 10% auf 1,003 Mrd CHF zu, entsprechend einem Wachstum in lokalen Währungen von 8% und einem organischen Wachstum von 3%. Beide Geschäftsbereiche hätten zu diesem Wachstum beigetragen, teilt das in den Bereichen Verbundwerkstoffe und Textilmaschinen tätige Unternehmen am Montag mit.

Dividende trotz mehr Gewinn stabil

Die Ergebnisse legten überproportional zu und erreichten laut Schweiter neue Rekordwerte. So erhöhte sich der Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA um 36% auf 125,0 Mio CHF und die entsprechende Marge um 240 Basispunkte auf 12,5%. Der Reingewinn kletterte gleichzeitig um 41% auf 70,6 Mio in die Höhe. Die Dividende soll indes wie im Vorjahr bei 40 CHF liegen. Mit den vorgelegten Zahlen hat Schweiter die Erwartungen der Analysten nicht ganz erreicht.

Die grössere Division 3A Composites (Verbundwerkstoffe) verzeichnete ein Wachstum von 9% auf 917,2 Mio CHF (LW +8%), dies bei einer um 2,4 Prozentpunkte höheren EBITDA-Marge von 12,6%. Die höhere Profitabilität wird nebst der Umsatzsteigerung vor allem mit der Ausschöpfung von Synergiepotentialen mit der 2015 akquirierten Polycasa-Gruppe begründet sowie mit Effizienzsteigerungen an verschiedenen Standorten und einer positiven Entwicklung der Rohmaterialpreise.

Neben dem akquisitionsbedingten Wachstum, der erfolgreichen Einführung von Produktinnovationen und der Erweiterung des Displayangebotes trugen insbesondere Marktanteilsgewinne im Kernmaterialgeschäft zum Wachstum der Hauptdivision bei.

Dabei sei das Display-Geschäft in Europa überproportional zur konjunkturellen Entwicklung gewachsen, während das europäische Architektur-Geschäft im zweiten Halbjahr markant angezogen habe. Das erste Semester war dagegen noch von einer umfassenden Revision einer Produktionsanlage und damit verbunden von Kapazitätseinschränkungen geprägt. In Asien lief das Architektur-Geschäft insbesondere in Indien und im Mittleren Osten gut sowie im Raum Asien-Pazifik. Eine temporäre Schwäche in China habe jedoch die positive Gesamtentwicklung gebremst, so dass letztlich in Asien lediglich ein durchschnittliches Wachstum erreicht worden sei.

Im Kundensegment Transport hat sich der laut Schweiter "erfreuliche Wachstumstrend" der vergangenen Jahre mit einem zweistelligen Wachstum fortgesetzt und auch das Segment Kernmaterialien verbesserte sich "signifikant". Hier wurden sowohl im Wind- als auch im Non-Wind-Bereich zweistellige Wachstumsraten erreicht, sowohl mit Blick auf den Umsatz als auch auf den Ertrag.

Erfolgreicher Start ins Jahr

Die deutlich kleinere Textilmaschinendivision SSM erzielte ein Umsatzwachstum von 16% auf 85,9 Mio CHF (LW +15%), wobei der Auftragseingang gar um 46% auf 101,8 Mio nach oben schnellte. Die EBITDA-Marge zog dabei um 2,5 Prozentpunkte auf 14,8% an.

Mit dem erneuerten Produktportfolio sei SSM Textilmaschinen in der Lage, sowohl die High-End als auch die High-Volume Segmente mit der gewohnt hohen Qualität zu bedienen, heisst es dazu. "Sehr erfreulich" entwickelten sich die Märkte in Bangladesch, Taiwan und Usbekistan, zudem erhöhten sich auch die Umsätze in den High-End Märkten Europa und Nordamerika.

Im Ausblick auf das Geschäftsjahr 2017 heisst es, dass beide Divisionen das neue Jahr erfolgreich begonnen hätten. Für 3A Composites stellt Schweiter einen weiterhin soliden Geschäftsverlauf in Aussicht, allerdings dürften sich die hohen Wachstumsraten der beiden Vorjahre nicht wiederholen lassen. Für SSM Textilmaschinen zeigt sich das Unternehmen "zuversichtlich" und verweist dabei auf den hohen Auftragsbestand.

(AWP)