Werkzeugmaschinenhersteller - Tornos mit deutlich rückläufigem Auftragseingang

Tornos hat im ersten Halbjahr 2019 sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn zugelegt. Somit konnte der Drehmaschinenhersteller den rekordhohen Auftragsbestand von Anfang Jahr gut nutzen.
13.08.2019 07:25
Eine Werkhalle von Tornos.
Eine Werkhalle von Tornos.
Bild: ZVG

Beim Auftragseingang verspürte die Gruppe jedoch einen Nachfragerückgang aus der Autoindustrie. Konkret kletterte der Umsatz in der Berichtsperiode um 12,7 Prozent auf 117,2 Millionen Franken. Dabei gingen jedoch deutlich weniger Aufträge ein als noch vor Jahresfrist (-40% auf 76,9 Mio). Damals hatte Tornos hier einen Rekordwert erzielt.

Das operative Ergebnis (EBIT) wurde mit 8,9 Millionen im Vergleich zum Vorjahr um gut 60 Prozent gesteigert, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Unterm Strich erzielte die Firma aus Moutier einen deutlich höheren Gewinn von 9,0 Millionen, nach zuvor 5,5 Millionen. Mit den vorgelegten Zahlen hat Tornos die Erwartungen von Analysten tendenziell übertroffen.

Gegenwind in der Automobilindustrie

Im Communiqué gibt sich das Unternehmen mit dem Erreichten grundsätzlich zufrieden. Es sei gelungen, die Effizienz und Produktivität weiter zu verbessern. Auch habe man - zum Beispiel in der Medizin- und Dentaltechnik oder im Elektronikbereich - neue Märkte erschlossen.

Negativ wirkte sich jedoch der deutliche Nachfragerückgang aus der Automobilindustrie aus. Er sei vor allem von Einflüssen wie den internationalen Handelsstreitigkeiten, den Diskussionen um den Dieselmotor oder von Zulassungsverzögerungen in Deutschland verursacht worden. Auch die nicht absehbare Entwicklung der Elektromobilität führe in der Branche derzeit zu Verunsicherungen.

Begegnen möchte das Unternehmen diesen Widrigkeiten - wie bis anhin - mit einer verstärkten Internationalisierung, einer Flexibilisierung sowie einer Ausrichtung auf verschiedene Marktsegmente. Gerade in Asien habe der Ausbau des Standortes im taiwanesischen Taichung sich positiv auf die Qualität der Abläufe und auf die Flexibilität des Betriebs ausgewirkt.

Wegen der von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle auf aus China importierten Waren hat Tornos einen Teil der Produktion von einer chinesischen Fabrik nahe Peking an den Standort in Taiwan verlagert. Damit könne man die US-Zölle umschiffen, hatte CEO Michael Hausel zu AWP gesagt.

Verunsicherung wird anhalten

Mit Blick nach vorne äussert sich das Unternehmen aufgrund der Situation in der Automobilindustrie vorsichtig. Die Verunsicherung werde sich aller Voraussicht nach auch im zweiten Semester negativ auf den Auftragseingang auswirken, heisst es in der Mitteilung.

Immerhin werde die Entwicklung in den Märkten Medizin- und Dentaltechnik sowie Elektronik Tornos neue Absatzchancen eröffnen. Nachfrageimpulse seien auch von der im September stattfindenden massgebenden Branchenmesse EMO in Hannover zu erwarten.

Insgesamt geht Tornos fürs Geschäftsjahr 2019 von einer Profitabilität auf Vorjahresniveau aus.

(AWP)

 

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