Whistleblower - UBS in Frankreich wegen Mobbings angeklagt

Wegen mutmasslichen Mobbings gegen zwei Whistleblower soll der UBS in Frankreich der Prozess gemacht werden.
14.09.2017 07:30
UBS-Leuchtkörper an einer Bankfiliale am Talacker in Zürich.
UBS-Leuchtkörper an einer Bankfiliale am Talacker in Zürich.
Bild: cash

Ein Untersuchungsrichter erhob Anklage gegen die Frankreich-Tochter der Schweizer Grossbank. Ein Sprecher von UBS France bestätigte am Mittwoch die Anklageerhebung gegenüber der Nachrichtenagentur sda, ohne dabei auf Einzelheiten einzugehen. Gemäss der Nachrichtenagentur AFP geht es um zwei frühere Mitarbeiter, die ein mutmassliches Steuerbetrugssystem der Bank publik gemacht hatten.

Die für Eventmarketing zuständige Stéphanie Gibaud wurde nach ihren ersten Enthüllungen 2008 nur noch mit einfachen bürokratischen Aufgaben betraut, schreibt der Untersuchungsrichter laut AFP in seiner Anklageschrift. Sie wurde schliesslich 2012 entlassen.

Dem frühen Rechnungsprüfer Nicolas Forissier wurden demnach der Bonus gestrichen und eine Beförderung verweigert, bevor er 2009 entlassen wurde. "Die Wahrheit kommt langsam ans Licht. Meine Entlassung war missbräuchlich und das Mobbing, dem ich ausgesetzt war, hatte schwerwiegende gesundheitliche Konsequenzen", sagte Forissier gegenüber AFP.

Gibaud und Forissier hatten zwielichtige Geschäftspraktiken ihrer Bank enthüllt. UBS-Mitarbeiter sollen versucht haben, wohlhabende Franzosen davon zu überzeugen, heimliche Konten in der Schweiz zu eröffnen und so Gelder vor dem französischen Fiskus zu verstecken. Gegen die Bank wurde im März Anklage wegen illegaler Kundenakquise und Geldwäsche im Zusammenhang mit Steuerbetrug erhoben. Die UBS weist die Vorwürfe zurück.

(AWP)