Wie die SNB in zwei Wochen 17 Milliarden verdiente

Der schwächelnde Franken, die Aktienrally und der steigende Goldpreis haben der Schweizerischen Nationalbank innerhalb von zwei Wochen einen hohen Buchgewinn in die Kassen gespült.
21.01.2013 01:15
Von Pascal Meisser
SNB am Bürkliplatz in Zürich.
SNB am Bürkliplatz in Zürich.
Bild: cash

Am Donnerstag hatte die Schweizerische Nationalbank (SNB) bekanntgegeben, dass für 2012 ein Gewinn von rund sechs Milliarden Franken erwartet werde.  Hätten aber die ersten zwei Januar-Wochen 2013 ebenfalls zum abgeschlossenen Geschäftsjahr gezählt, würde die Gewinnrechnung deutlich anders ausgesehen. Denn alleine in dieser Zeit sind die SNB-Buchgewinne um mindestens 17 Milliarden Franken gestiegen. 

Der in den letzten Tagen schwächelnde Franken und der seit Anfang Januar leicht anziehende Goldpreis haben der SNB enorme Buchgewinne beschert. Alleine die Euro-Positionen hatten am Freitagmorgen fast 8 Milliarden Franken mehr wert als noch Ende Dezember. In dieser Zeit hatte die europäische Gemeinschaftswährung von 1,2080 auf über 1,2500 zugelegt. 
 
Dollar und Pfund stärker geworden
 
Bedeutend ist auch, dass die übrigen für die SNB relevanten Devisenkurse sich gegenüber dem Franken positiv entwickelt haben. Der Dollar ist um mehr als 2 Rappen auf 0,9360 Franken gestiegen. Das erhöht den Wert der Dollar-Position um annähernd 3 Milliarden Franken. Einen weitere halbe Milliarde Franken steuert das fester gewordene britische Pfund bei. Alles in allem beträgt der Wertgewinn auf den wichtigsten Devisenpositionen etwas mehr als 11 Milliarden Franken. 
 
Einen Bewertungsgewinn haben auch die Goldreserven der SNB erfahren. Der Goldpreis ist seit Ende Dezember von rund 48‘500 Franken pro Kilo auf fast 51‘000 Franken gestiegen. Bei einem Goldbestand von 1040 Tonnen ergibt dies einen Buchgewinn von weiteren 2,3 Milliarden Franken. 
 
SNB profitiert von Aktienrally
 
Schwer zu eruieren ist, wie viel Buchgewinn die SNB auf ihren Aktienpositionen besitzt. Bekannt ist lediglich, dass die Notenbank mit rund 300 Millionen Euro im finnischen Markt engagiert ist, davon alleine 50 Millionen Euro in Nokia-Aktien. Diese sind seit Anfang Januar um über 16 Prozent in die Höhe geklettert. 
 
Ebenfalls bekannt ist, dass die SNB 12 Prozent der Devisenreserven von rund 425 Milliarden Franken in Aktien investiert. Das entspricht einer Summe von 50 Milliarden Franken. Geht man davon aus, dass Aktienanlagen in den letzten zwei Wochen durchschnittlich 6 Prozent Rendite erzielt haben, ergibt dies zusätzliche 3 Milliarden Franken Gewinn. 
 
In dieser Rechnung sind noch nicht mal alle Positionen berücksichtigt. Weitere Gewinne erzielt die SNB mit Zins- und Dividendenerträgen auf Fremdwährungspositionen. Ebenfalls dürfte der Stabilisierungsfonds, der von der UBS vor allem an Hypotheken gebundene Wertschriften übernahm, mehrere Millionen Franken Gewinn erwirtschaftet haben.