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Wie tief sinkt die Gurit-Aktie noch?

Beim Zürcher Spezialkunststoffhersteller Gurit hält der Pessimismus Einzug. Nach einer Gewinnwarnung und der UBS-Verkaufsempfehlung sackt die Aktie ab. Mit weiteren Kursrücksetzern ist zu rechnen.
04.02.2014 13:29
Von Frédéric Papp
Rudolf Hadorn, CEO von Gurit.

Die schlechten Nachrichten für Gurit häufen sich. Am letzten Freitag publizierte das Unternehmen nachbörslich eine Gewinnwarnung, und am Dienstag setzt die UBS mit einer Verkaufsempfehlung nach. Die Aktie verlor seither über 5 Prozent auf 466 Franken. Damit notiert der Titel leicht tiefer als noch zu Jahresbeginn.

Dabei sah noch vor wenigen Wochen die Situation für den in Zürich domizilierten Konzern günstig aus. CEO Rudolf Hadorn sagte im Interview mit cash vom letzten November, dass Gurit bezüglich der "amitiösen" Finanzziele für das Gesamtjahr 2013 auf Kurs sei. Er stellte zwischen 3 bis 5 Prozent in Aussicht. Die Ziele stellten sich nun als zu ambitiös aus, wie seit Freitag bekannt ist. Gurit stutzte das Margenziel auf 2 Prozent zurück.

Als Grund gab das Unternehmen einen schlechter als erwarteten Geschäftsverlauf im Windenergiemarkt an sowie Maschinenprobleme und von Kunden verschobene Lieferungen ins erste Quartal 2014. Die neue Situation stellt auch die Prognosen für das laufende Jahr in Frage.

Marktbeobachter gehen über die Bücher

So setzte die UBS den Titel neu auf die Verkaufsliste (zuvor "neutral") bei einem Kursziel von 440 Franken. Grund für die Verkaufsempfehlung seien Überkapazitäten und Preisdruck im Windenergiemarkt. In der Folge sei das Gewinnwachstum für das laufende Jahr zu optimistisch, schreiben die Analysten.

Über die Bücher geht auch Vontobel. So halten die zuständigen Analysten für Gurit zwar am "Hold"-Rating fest, revidieren aber die Schätzungen nach unten. Und die Zürcher Kantonalbank (ZKB) kürzt ihre Gewinnprognosen für das 2013 und 2014 um 61 beziehungsweise 23 Prozent. Anders als die UBS hält die ZKB die Gurit-Aktie aber für fair bewertet und belässt ihre Empfehlung bei "Marktgewichten".

Auf Branchenkonkurrenten achten

Als Klotz am Bein stellt sich das Windgeschäft heraus. Gurit erwirtschaftet rund die Hälfte des Umsatzes in diesem Bereich, verdient damit aber kaum Geld. Besser läuft das rasch wachsende Autoteilgeschäft. Das Management will diesen Bereich stärker ausbauen. Derzeit beträgt der Umsatzanteil 7 Prozent.

Bei der Gurit-Aktie sind weitere Kursrücksetzer vorprogrammiert. Denn in der aktuellen fragilen Börsenlage sind Anleger auf der Hut und verkaufen teils panikartig Aktien von Unternehmen, bei denen sich unerwartete Probleme zeigen.

Anleger sollten daher die Kurskorrektur nicht als Einstieg nutzen und auf weitere Company-News warten. Die vollständigen Geschäftszahlen publiziert Gurit am 14. März. Zudem sollte auch ein Augenmerk auf den Branchenkonkurrenten Schweiter gelegt werden. Schweiter legt Anfang März die Zahlen für 2013 vor.