Wieso die Syngenta-Aktie weiter fällt

Durchzogen, aber keine Katastrophe: So liest sich der Zahlenkranz 2013 von Syngenta. Der verhaltene Ausblick wird aber einige Analysten zum Rotstift zwingen - die Aktien brechen deshalb ein.
05.02.2014 10:53
Von Lorenz Burkhalter
Ganz so wolkenfrei wird der Himmel über Syngenta auch 2014 nicht.
Ganz so wolkenfrei wird der Himmel über Syngenta auch 2014 nicht.
Bild: ZVG

Was die Spatzen am Hauptsitz von Syngenta in Basel schon seit Wochen von den Dächern pfeifen, ist seit heute bittere Realität: Der für das vergangene Jahr veröffentlichte Zahlenkranz liegt sowohl beim Umsatz als auch auf den Stufen EBITDA und Reingewinn am unteren Ende der Erwartungen.

Wer auf eine einschneidende Ergebnisenttäuschung und einen noch einmal kollabierenden Aktienkurs gewettet hatte, dürfte allerdings enttäuscht werden. Der Zahlenkranz ist zwar mässig, nicht aber katastrophal.

Aufgrund des vorsichtig formulierten kurz- und mittelfristigen Ausblicks und en Aussagen zur Margenentwicklung werden viele Analysten dennoch mit dem Rotstift über ihre Gewinnschätzungen für die nächsten Jahre gehen müssen. Und obschon Syngenta die Analystengemeinde mit dem Ausblick auf dem falschen Fuss erwischt hat, hält sie dem Unternehmen und seinen Aktien bisher die Treue.

Vermutlich verhindert dieser Umstand ein noch stärkeres Zurückfallen der Aktie von Syngenta. Zur Stunde verliert sie im Handel der Schweizer Börse SIX 3,3 Prozent auf 306,60 Franken. Aus dem Berufshandel ist von grösseren Verkäufen aus dem Ausland zu hören.

Enttäuschung hält sich bei Analysten in Grenzen

Gemäss Vontobel liegt das Jahresergebnis klar hinter den Erwartungen zurück. Allerdings sollten Anleger über das enttäuschende vergangene Jahr hinwegblicken. Im laufenden Jahr sei bei Syngenta mit einer Verbesserung der finanziellen Entwicklung zu rechnen, was durch das neu eingeleitete Effizienzverbesserungsprogramm noch verstärkt werde. Bei der Zürcher Bank werden die Gewinnschätzungen für die kommenden drei Jahre nur marginal nach unten angepasst. Die Aktie wird vom zuständigen Analysten wie bis anhin mit einem Kursziel von 415 Franken zum Kauf empfohlen.

Sein für die UBS tätiger Berufskollege stösst sich vor allem an der schwächer als erhofften Barmittelgenerierung. Die diesbezüglichen Schätzungen seien um nicht weniger als die Hälfte verfehlt worden. Dank ausbleibender weiterer Wertberichtigungen auf Lagerbeständen und aufgrund der im Vorfeld schwachen Kursentwicklung rechnet der Analyst dennoch mit einer Erholung der mit einem 12-Monats-Kursziel von 325 Franken zum Verkauf empfohlenen Aktie.

Anders der Analyst der Credit Suisse, welcher auf Basis des vorliegenden Zahlenkranzes eher noch einmal mit einem tieferen Aktienkurs rechnet. Denn nicht nur in Nordamerika, auch in Südamerika sei die Absatzentwicklung schwächer als erwartet ausgefallen. Die übrigen Schwellenländer hätten nicht für die Differenz zwischen der effektiven Umsatzentwicklung und den Erwartungen aufkommen können. Die Aktie von Syngenta wird bei der Credit Suisse vorerst weiterhin mit "Outperform" und einem Kursziel von 450 Franken zum Kauf empfohlen. Das Kursziel wird nach der Ergebnisenttäuschung möglicherweise jedoch nach unten angepasst.