«Wir bieten an, was die Leute brauchen»

Der Nahrungsmittelriese Nestlé sieht sich auch für einen konjunkturellen Abschwung gerüstet. Im Video-Interview erklärt Konzernchef Paul Bulcke zudem, weswegen China trotz schwächerem Wachstum für Nestlé zentral bleibt.
16.10.2014 14:48
CEO Paul Bulcke zum Drittquartalsergebnis von Nestlé.
Bild: cash

Trotz schwierigem Marktumfeld hat der Nahrungsmittelkonzern Nestlé im dritten Quartal weiteres Wachstum sowohl in den Industrieländern als auch in den Emerging Markets erzielt. Daher halte er weiterhin am Gesamtjahresziel von 5 Prozent organischem Wachstum fest, sagte Nestlé-Chef Paul Bulcke im Video-Interview.

Trotz enttäuschendem Ergebnis in China seien dort die strukturellen Bedingungen für Wachstum vorhanden, sagte der Nestlé-Chef weiter. Daher werde es weitere, langfristige Investitionen geben: "China hat für uns überhaupt nicht an Wichtigkeit verloren." Soeben hat der Nahrungsmittelhersteller ein neues Milchwirtschaftsinstitut in China eingeweiht.

Für das "Dairy Farming Institute" investiert der Konzern 30 Millionen Franken. Das asiatische Land ist einer der am schnellsten wachsenden Märkte für Milchprodukte weltweit. Bis 2020 könnte sich sein Volumen gegenüber heute nahezu verdoppeln.

Die Eintrübung des weltweiten Konjunkturklimas bringt Bulcke nicht ins Zittern: "Vorausgesagt sind 3 Prozent Wachstum - vielleicht auch 2,8 oder 3,5 Prozent - und das ist noch immer Wachstum. Und wir verkaufen keine Wachstumsraten, sondern Produkte, die die Leute brauchen." Die Bereinigung des Portefeuilles sei für Nestlé überdies nichts ungewöhnliches, sagte Bulcke zum jüngst erfolgten Verkauf der Marken Alete und Milasan in Deutschland. Im Moment werde die Zusammensetzung des Konzerns hinsichtlich Strategie und profitablem Wachstum nur etwas intensiver angeschaut.

Im Video-Interview spricht Nestlé-CEO Bulcke auch über die Entwicklung der Rohstoffpreise.

(AWP/cash)