Wir fragen CEO Julian Diaz - Wann bezahlt Dufry eine Dividende?

Der weltgrösste Reise-Detailhändler Dufry ist zu ordentlichem Wachstum zurückgekehrt. Was das für die Dividende bedeutet und welche Gefahr der Terrorismus darstellt, sagt CEO Julian Diaz im cash-Video-Interview.
15.03.2017 14:23
Von Ivo Ruch
Dufry-CEO Julian Diaz an der Schweizer Börse SIX.
Bild: cash

Nach einem Verlust im Vorjahr ist Dufry zurück in den schwarzen Zahlen, ermöglicht durch ein kräftiges Umsatzwachstum von 28 Prozent. Angetrieben wurde dies vor allem durch die Übernahme von World Duty Free. Organisch – also die Übernahme ausgeklammert – beschleunigte sich das Wachstum im letzten Quartal ebenfalls deutlich auf 5,6 Prozent.

In diesem Takt soll es weitergehen, wie CEO Julian Diaz im Video-Interview mit cash sagt: "Januar und Februar sind wir mit demselben Tempo gewachsen wie im vierten Quartal 2016. Wir erwarten für 2017 ein organisches Wachstum von 5 Prozent."

Nächster Zukauf in Asien

Besonderes Potenzial sieht der Manager mit spanischen Wurzeln in den Märkten von Asien, im Mittleren Osten und in Südamerika. In Asien, in Kombination mit Australien und dem Mittleren Osten, erwirtschaftet Dufry erst 10 Prozent des Umsatzes, in Südamerika ist es doppelt so viel. Sind das auch die Regionen, wo Dufry die nächste Akquisition plant. "Momentan konzentrieren wir uns auf organisches Wachstum. Wenn Zukäufe wieder ein Thema werden, steht Asien im Zentrum unseres Interesses", so Diaz.

Die wichtigsten europäischen Märkte von Dufry sind Grossbritannien und Spanien. Dabei dürfte gerade ein "harter Brexit" mit der Wiedereinführung von Zöllen einen positiven Einfluss auf die Geschäfte haben. Denn dadurch wird aus dem Duty-paid-Geschäft von Reisenden nach Europa ein Duty-free-Geschäft. Und das ist finanziell deutlich attraktiver, denn im Duty-paid-Geschäft übernimmt der Händler die Mehrwertsteuer für den Kunden.

Angesprochen auf den Terrorismus als Gefahr für das Geschäftsmodell von Dufry, sagt Diaz, solche Ereignisse könnten den Erfolg der Firma beeinflussen. "Weil wir ein global tätige Firma sind, haben wir einen Vorteil." Denn wie es sich gezeigt habe, seien die Folgen terroristischer Akte auf bestimmte Orte beschränkt.

Dividende in naher Zukunft?

Eine Dividende zahlte Dufry in den letzten Jahren nie, weil das verfügbare Geld traditionell für Zukäufe genutzt wurde. Das könnte sich allmählich ändern. Verschiedene Beobachter erwarten für nächstes Jahr eine solche Ausschüttung an die Aktionäre. "Wir haben uns stark verbessert und nun ist der richtige Zeitpunkt, um über die Verwendung des Cash-Bestandes zu entscheiden", sagt Julian Diaz dazu. Das Management habe nun die Verantwortung, um über die Rückführung der Barmittel an die Aktionäre zu entscheiden. "Das Management wird diesbezüglich eine Empfehlung an den Verwaltungsrat abgeben."

Mit einer Kursperformance von 32 Prozent in den letzten 52 Wochen gehört Dufry zu den Schweizer Aktien der erfolgreicheren Sorte. Am Mittwoch stieg der Titel in einem seitwärts laufenden Markt zuest um 3 Prozent auf 153 Franken und somit auf den höchsten Stand seit September 2014. Im Laufe des Nachmittags drehte der Kurs allerdings kurz in den negativen Bereich, bevor er sich wieder erholte.

Ist Dufry immer noch ein Einstiegskandidat? "Ich bin der Falsche, um über die Zukunft der Aktie zu urteilen", sagt Diaz. Aber Dufry sei eine zuverlässige, nachhaltige, profitable Geschichte und also ein guter Investment Case.

Im cash-Video-Interview sagt der Dufry-CEO auch, ab welchem Verschuldungsgrad Zukäufe erneut zum Thema werden.