«Wir nehmen die Ängste der SNB ernst»

Es gibt noch mehr Wachstumspotenzial im Schweizer Hypotheken-Markt, sagt Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz im cash-Video-Interview. Zudem äussert er sich zu den Bedenken der SNB über den Immobilienmarkt.
28.02.2014 15:07
Von Frédéric Papp
Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz im cash-Video-Interview.
Bild: cash

Im Geschäftsjahr 2013 hat Raiffeisen im Hypothekargeschäft ein Wachstum von 5,7 Prozent hingelegt. Mit einem aktuellen Marktanteil von 16,3 Prozent ist die Raiffeisen hierzulande der grösste Player im Hypothekar-Markt. Und der Raiffeisen-Chef hat noch Appetit auf mehr.

"Im Bereich Wohneigentum sehen wird nach wie vor ein gutes Wachstum", sagt Pierin Vincenz im cash-Video-Interview. Für konkrete Wachstumszahlen sei es zwar noch zu früh, aber der Start ins 2014 ist laut Vincenz gelungen.

Seit 2008 sind die Preise für Wohneigentum im Vergleich zu den Konsumentenpreisen und zum Bruttoinlandprodukt überproportional gestiegen. Die Preisentwicklung treibt den Währungshütern der Schweizerischen Nationalbank (SNB) seit Längerem Sorgenfalten ins Gesicht. Deswegen hat die Notenbank kürzlich den antizyklischen Kapitalpuffer um 1 auf 2 Prozent erhöht.

Raiffeisen erwartet ein "Soft Landing"

"Die Raiffeisen steht im Kontakt mit der SNB, und wir nehmen ihre Befürchtungen ernst", sagt Vincenz im Gespräch zu cash. "Doch es macht einen Unterschied, ob ich als Chef einer Bank oder als Notenbank den Immobilienmarkt beurteile", so Vincenz weiter.

Die Raiffeisen gehe nicht von einem Platzen der Immobilienblase aus, sagte Vincenz an der heutigen Bilanzmedienkonferenz in Zürich, sondern rechne vielmehr mit einem "Soft Landing". Zwar gäbe es Überkapazitäten bei den Büroliegenschaften und Luxusobjekten. Dies sei aber ohnehin nicht der Hauptmarkt für die Raiffeisen, so Vincenz. "Wir fokussieren uns auf bewohntes Wohneigentum im mittleren Segment."

Keine Angst vor der Systemrelevanz

Die Gesamtkapitalquote der Raiffeisen beträgt 14,9 Prozent. Damit hält die Bank etwas mehr Eigenkapital als von der Finanzmarktaufsicht (Finma) vorgeschrieben wird. Bei einem Kapitalpuffer von 2 Prozent verlangt die Finma per Ende Juni 2014 einen Zielwert von 14,8 Prozent. 

Doch die Raiffeisen müsste ihr Aktivgeschäft mit noch mehr Eigenkapital absichern, wenn sie von der SNB als systemrelevant für den Finanzplatz eingestuft würde. Laut Marktbeobachtern dürfte dies denn auch bald der Fall sein. Vincenz sieht diesem Entscheid gelassen entgegen: "Wir werden die mit der Systemrelevanz verbundenen Zusatzauflagen erfüllen können."

 

Im cash-Video-Interview äussert sich Vincenz detaillierter zur Wachstumsstrategie im Hypothekargeschäft. Und er nimmt Stellung zum Vorwurf, dass die Raiffeisen mit ihrer Kreditvergabepolitik eine Immobilienblase fördere.