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Wird auch 2017 ein gutes Jahr für Logitech?

Mit der Logitech-Aktie liess sich in den letzten zwölf Monaten sehr viel Geld verdienen. Der Peripheriegerätehersteller verfügt über die nötigen Zutaten, damit auch 2017 ein gutes Jahr wird.
28.12.2016 08:28
Von Lorenz Burkhalter
Ihm haben die Logitech-Aktionäre einiges zu verdanken: Konzernchef Bracken Darrell.
Ihm haben die Logitech-Aktionäre einiges zu verdanken: Konzernchef Bracken Darrell.
Bild: ZVG

2016 wird als das Jahr in die Firmengeschichte von Logitech eingehen, in dem der Turnaround von den Anlegern endlich gewürdigt wurde. Mit einem Plus von gut 64 Prozent - die Dividendenzahlung von Ende September noch nicht miteingerechnet - gehört die Aktie zu den diesjährigen Gewinnern an der Schweizer Börse.

Dieser Höhenflug kommt nicht von ungefähr. Konzernchef Bracken Darrell und seinen Mitarbeitern ist es gelungen, den Peripheriegerätehersteller aus Lausanne endlich wieder auf den Wachstumspfad zurückzuführen.

Beeindruckender Turnaround innerhalb weniger Jahre

Denn als Darrell im Januar 2013 bei Logitech das Ruder übernahm, steckte das Unternehmen in einer tiefen Sinnkrise. Rückblickend hatte es die Zeichen der Zeit zu spät erkannt und nur halbherzig von Peripheriegeräten für PCs auf solche für Smartphones und Tablet-PCs umgesattelt. Ein Spiegelbild der Probleme war der Aktienkurs, welcher damals mit gut 6 Franken auf dem tiefsten Stand seit Jahren verharrte. Heute steht er bei 25,65 Franken.

Mittlerweile bläst am Hauptsitz in Lausanne aber wieder ein frischer Wind durch die Flure. Darrell hat Logitech die Firmenkultur eines Startup-Unternehmens verpasst, was sich zunehmend auch bei der Innovationskraft bemerkbar macht. Neuentwicklungen in den stark wachsenden Produktkategorien müssen nicht mehr von ausserhalb eingekauft werden, sondern entstehen im eigenen Haus.

Schon seit dem Frühsommer hat sich die Logitech-Aktie (rot) vom SPI Extra (grün) abgekoppelt; Quelle: www.cash.ch

Das sind auch für die nicht gerade erfolgsverwöhnten Aktionäre gute Neuigkeiten, ist der Reingewinn von Logitech doch innerhalb weniger Jahre von 74 auf 119 Millionen Dollar gestiegen. Für das im März nächsten Jahres endende Geschäftsjahr erwarten Analysten sogar einen Gewinn von 165 Millionen Dollar – abgeleitet vom firmeneigenen Ziel eines operativen Gewinns (EBIT) von 195 bis 205 Millionen Dollar.

Die Aktie ist kein Schnäppchen mehr, aber...

Hauptattraktion ist aus Anlegersicht die geringe Kapitalbindung des neuen Geschäftsmodells. Um den Effekt des aufgegebenen Geschäfts mit Grosskunden errechnet die Zürcher Kantonalbank eine Geldumlaufdauer von gerade mal 22 Tagen. Die geringe Kapitalbindung und die allgemein hohe Barmittelgenerierung machen es dem Unternehmen möglich, eine attraktive Dividendenpolitik zu betreiben und darüber hinaus auch noch eigene Aktien zurückzukaufen. Derzeit liegt die Dividendenrendite bei 2,4 Prozent.

Diese Kombination kommt bei den Anlegern gut an, hat sich der Kurs der Logitech-Aktie innerhalb weniger Jahre doch vervierfacht. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 20 auf den nächstjährigen Schätzungen ist die Aktie zwar kein Schnäppchen mehr. Verhält es sich wie in den vergangenen 18 Monaten, könnten sich die Gewinnerwartungen der Analysten allerdings als zu konservativ erweisen. Zumindest auf Basis der vom Unternehmen selbst kommunizierten Mittelfristziele besteht diesbezüglich noch Raum nach oben.

Wichtige Anhaltspunkte verspricht der Ende Januar zur Veröffentlichung anstehende Zahlenkranz für das Weihnachtsquartal. Für gewöhnlich ist letzteres bei Logitech für nicht weniger als 40 Prozent des Jahresumsatzes verantwortlich. Rückmeldungen entlang der Wertschöpfungskette des Unternehmens fallen Analysten zufolge jedenfalls ermutigend aus und lassen hoffen.