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Wird die «Loser»-Aktie noch zum Gewinner?

Die Aktie des Industriekonzern Looser ist in einem Stimmungstief. Seit der Publikumsöffnung im Herbst 2006 haben Anleger viel Geld verloren. Ist jetzt der richtige Zeitpunkt einzusteigen?
10.09.2015 12:21
Von Lorenz Burkhalter
Macht schwere Zeiten durch: Der Ostschweizer Industriekonzern Looser.
Macht schwere Zeiten durch: Der Ostschweizer Industriekonzern Looser.
Bild: ZVG

Das englische "Loser", ins Deutsche übersetzt "Verlierer", schreibt man zwar nur mit einem "o". Allerdings lässt sich diese Bezeichnung durchaus auch für die Aktionäre des in Arbon beheimateten Industriekonzerns Looser verwenden.

Denn seit der Publikumsöffnung im September 2006 haben Anleger der ersten Stunde viel Geld verloren. Seit dem Wechsel von der Berner Börse BX an die Schweizer Börse SIX im Frühsommer des Jahres 2008 errechnet sich ein sattes Minus von 75 Prozent. Nicht vergessen ist die überraschende Kapitalerhöhung nur wenige Monate später. In den vergangenen Wochen hat sich die Talfahrt weiter beschleunigt, notiert die Aktie mittlerweile doch 20 Prozent unter dem Stand von Ende Juli.

Nur eine vermeintliche Dividendenperle

Gerade Substanzanlegern lassen die Bewertungskennzahlen von Looser vermutlich den Mund wässrig werden. Auf Basis von Analystenschätzungen für das kommende Jahr errechnet sich ein optisch tiefes Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10. Gegenüber dem Buchwert weist die Aktie sogar einen Bewertungsabschlag von 20 Prozent auf, was selbst für ein Industrieunternehmen ungewöhnlich ist.

Hauptattraktion dürfte aber die hohe Dividendenrendite sein. Diese liegt derzeit bei stolzen 4,4 Prozent, dem Kurszerfall der letzten Monate sei Dank.

Allerdings sind die für das vergangene Jahr ausgeschütteten 1,80 Franken je Aktie nicht in Stein gemeisselt. Im Zuge des starken Frankens musste Looser in der ersten Jahreshälfte 2015 einen Umsatzrückgang um 10 Prozent auf 219 Millionen Franken hinnehmen. Der Gewinn brach, von der Neubeurteilung eines Absicherungsgeschäfts überschattet, sogar um 39 Prozent ein.

Aufgrund der enttäuschenden Entwicklung der beiden wichtigsten Geschäftsfeldern Türen und Beschichtungen droht 2015 für das Unternehmen zu einem Übergangsjahr zu werden. Noch ist unklar, ob das kommende Jahr auch wirklich die erhoffte Nachfragebelebung in diesen Bereichen bringt. Eine Dividendenkürzung ist jedenfalls nicht auszuschliessen.

Aktie wird nur von einem Analysten abgedeckt

Die vom Unternehmen verfolgte Nischenstrategie und die internationale Expansion führte in all den Jahren nicht zum gewünschten Erfolg. Mit einem Umsatzbeitrag von 50 Prozent aus Deutschland ist Looser in einem hohen Grad vom Erfolg im nördlichen Nachbarland abhängig. Der Umsatz dort entwickelt sich ein Jahr mal besser, ein Jahr mal schlechter. Wachstum sieht anders aus. Die Aktie wird deshalb von der Börse nicht mehr länger als Industrieperle, sondern als das was sie eigentlich ist, bewertet.

Noch bis vor wenigen Monaten wollte der für die Zürcher Kantonalbank tätige Analyst von einer Dividendenkürzung nichts wissen. Nach der erneuten Ergebnisenttäuschung von Mitte August und aufgrund der eher verhaltenen Aussichten sah er sich zuletzt jedoch dazu gezwungen, über die Bücher zu gehen. Neuerdings rechnet der Analyst im kommenden Frühling mit einer Dividende von 1,30 Franken je Aktie, gefolgt von 1,79 Franken im Jahr darauf. Aufgrund der günstigen Bewertung und in Erwartung einer Verbesserung bei Umsatz und Gewinn empfiehlt er die Aktie als einziger seiner Berufsgilde mit "Übergewichten" zum Kauf.

Obwohl der Börsenwert von Looser seit Jahresbeginn knapp 40 Prozent eingebüsst hat, bietet sich die Aktie des Industriekonzerns nur den hartgesottensten Substanzanlegern an. Denn sollte die zweite Jahreshälfte wie die ersten sechs Monate ausfallen, könnte das Unternehmen sogar zu einer noch drastischeren Kürzung der Dividende gezwungen sein. Dazu kommt die Unsicherheit nach dem anlässlich der Halbjahresergebnispräsentation bekannt gewordenen Rücktritt von Looser-Chef Tim Talaat. Die tiefe Bewertung alleine ist selten ein guter Grund einzusteigen.

 

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