Wisekey und Openlimit wollen fusionieren

Das Cybersecurity-Unternehmen Wisekey und das Innerschweizer Technologieunternehmen Openlimit wollen fusionieren. Spätestens Ende Jahr soll der Zusammenschluss vollzogen sein.
25.07.2016 10:35
Firmengründer und CEO Carlos Moreira (rechts) und Markenbotschafter Kevin Spacey an einem Werbeanlass vor dem IPO von Wisekey.
Firmengründer und CEO Carlos Moreira (rechts) und Markenbotschafter Kevin Spacey an einem Werbeanlass vor dem IPO von Wisekey.
Bild: cash

Die Aktionäre müssen noch grünes Licht geben. Die seit März an der SIX kotierten Wisekey-Aktien gehören zum Wochenstart zu den grossen Gewinnern und setzen damit den starken Lauf der Vorwoche fort.

Eine Absichtserklärung über ein Zusammenschluss via Absorptionsfusion sei unterzeichnet worden, wobei Wisekey die aufnehmende Gesellschaft wäre, teilen beide Unternehmen am Montag mit. Damit will Wisekey die Cybersecurity- und Internet-of-Things-Plattform (IoT) erweitern und den Zugang zum deutschen und europäischen IoT-Markt stärken, wie es heisst. Openlimit beschäftigt gemäss den Angaben mehr als 65 Mitarbeitende und hat eine Tochtergesellschaft in Berlin.

Die Unterzeichnung des endgültigen Fusionsvertrages werde bis Ende August 2016 erwartet, der voraussichtliche Abschluss der Fusion im vierten Quartal des laufenden Jahres, wie es heisst. Dieser sei abhängig von der Erfüllung "einer Anzahl von Bedingungen", einschliesslich der Zustimmung der Aktionäre beider Unternehmen.

Fusion über Aktientausch

Der Deal soll mittels Aktientausch abgewickelt werden. Gemäss derzeitigem Verhandlungsstand einigten sich die Parteien auf eine Bandbreite des Umtauschverhältnisses von sieben bis zwölf Openlimit-Aktien für eine an der SIX kotierte Wisekey-Aktie (Klasse B).

Auf Basis des Schlusskurses des Titels von 6,69 Franken am 22. Juli, dem letzten Handelstag vor der Ankündigung der Fusionsabsicht, ergebe sich damit eine Bewertung von 0,50 bis 0,90 Euro je Openlimit-Aktie bzw. von 9,8 bis 16,9 Millionen Euro für das gesamte ausstehende Aktienkapital. Die Openlimit-Aktien sind an diversen Börsen in Deutschland gelistet.

Zugleich hat Wisekey den Innerschweizern eine Zwischenfinanzierung von rund 5 Millionen Euro in Form einer aktiengebundenen Finanzierung in zwei Tranchen eingeräumt. Eine Tranche besteht aus einem bedingten Wandeldarlehen von bis zu 2,5 Millionen Euro. Dieses werde durch den Abschluss des Fusionsvertrages in Openlimit-Aktien gewandelt. Davon seien 750'000 Euro bis zum (morgigen) 26. Juli zahlbar. Bei der zweiten Tranche handelt es sich um ein Zwangswandeldarlehen.

Aktie erholt sich

Die an der SIX kotierte Wisekey-Aktie gewinnt am Montag gegen 10 Uhr bei deutlich überdurchschnittlichen Volumen 13,6% auf 7,60 Franken. In der Vorwoche hatte der Titel bereits etwa ein Drittel an Wert zugelegt, ohne das allerdings konkrete News vorlagen.

Seit dem Börsengang Ende März machte der Titel den Investoren jedoch wenig Freude. Der erste Kurs kam mit 12,00 Franken bereits unter dem vom Unternehmen im Vorfeld als Referenzpreis angegebenen 15,00 Franken zu liegen und stürzte am ersten Handelstag bis auf 5,87 Franken ab.

Der katastrophale Börsenstart wurde in Händlerkreisen unter anderem damit begründet, dass der Kotierungsprospekt erst nach dem Börsengang veröffentlicht wurde. Zudem ging aus diesem hervor, dass die Westschweizer Firma in den vergangenen Jahren stets in den roten Zahlen operiert hat.

Das bisherige Rekordtief der Wisekey-Aktie wurde Anfang Mai bei 3,32 Franken markiert.

(AWP)