Wo ETF am wenigsten Gebühren kosten

Eine Studie zeigt grosses Einsparpotenzial bei Kauf und Verkauf von Exchange Traded Funds. Kunden einer Grossbank zahlen bis 50mal mehr Gebühren im Vergleich zum günstigsten Konkurrenten. Die Resultate.
14.04.2014 11:51
Der Vergleich von Gebühren lohnt sich, auch bei ETF.
Der Vergleich von Gebühren lohnt sich, auch bei ETF.
Bild: freeimages

Beim Kauf oder Verkauf von ETF bis zu 100'000 Franken treten bei Schweizer Anbietern teils erhebliche Gebührenunterschiede auf. Die Courtagen des teuersten Anbieters liegen das Vier- bis 50-fache höher als bei der Konkurrenz. Berücksichtigt man die ETF-Spezialtarife einzelner Direktbanken, muss der Anleger bei Grossbanken sogar bis zum 163-fachen berappen.

Zu diesem Schluss kommt das unabhängige ETF-Portal justETF.ch, das in einem Online-Broker-Vergleich die ETF-Courtagen von 16 Schweizer Banken untersucht hat. Gerade bei Orders von unter 100'000 Franken seien die Courtagen der Banken für den Anlageerfolg entscheidend. Hier böte sich hohes Einsparpotenzial, schreibt justETF.ch am Montag in einer Medienmitteilung.

Exchange Traded Funds (ETF) sind kostengünstige Anlageprodukte und Alternativen zu den gemanagten Anlagefonds. Mit einer Kostenquote von durchschnittlich 0,38 Prozent pro Jahr sind die laufenden Aufwendungen im Vergleich zu aktiven Publikumsfonds sehr gering.

Credit Suisse bei grossen Order am teuersten

Insgesamt wurden die Gebühren von ETF-Orders für acht verschiedene Ordergrössen zwischen 500 und 100‘000 Franken untersucht. Bei ETF-Kleinstaufträgen von 500 Franken schneidet die Aargauer Kantonalbank mit 5trade am besten ab. Bei kleineren Beträgen von 1'000 und 2'000 Franken punkten money-net, Strateo und TradeDirect. Die Saxo Bank belegt für Orders von 5'000, 10'000 und 20'000 Franken den ersten Platz.  Der neue Online-Broker Cornèr Bank konnte für Orders dieser Größenordnung ebenfalls zweimal das Podest belegen.

Für grössere ETF-Orders von 50'000 und 100'000 Franken sind die drei Pauschaltarif-Anbieter cash, Easytrading (Basler Kantonalbank) und VZ Depotbank die klaren Sieger.

Die Spanne zwischen dem günstigsten und teuersten Anbieter beträgt bei Orders bis 10'000 Franken zwischen dem Vier- und dem 15-fachen der Courtage. Darüber steigt die Spanne schnell auf ein Vielfaches an. Beispielsweise zahlt der Anleger bei einer ETF-Order von 100'000 Franken beim teuersten Anbieter, der Credit Suisse, die 50-fache Courtage im Vergleich zum günstigsten Angebot, dem Pauschaltarif bei cash. Dies liegt zum einen an dem geringen Gebührennachlass für Online-Orders, aber auch an den im Vergleich zum Handel mit Schweizer Blue Chip-Aktien über 50 Prozent höheren ETF-Gebühren.

Pauschaltarif-Anbieter auf dem Vormarsch

Insgesamt zählen die Angebote der Grossbanken Credit Suisse, UBS, ZKB und Raiffeisen trotz speziellen E-Banking-Konditionen bei sämtlichen Ordergrößen zu den teuersten, schreibt justETF.ch. Vereinzelt bieten diese Anbieter Spezialtarife für Kunden.

Die Pauschaltarif-Anbieter haben die beiden grössten Kategorien mit einem Ordervolumen von 50'000 und 100'000 Franken für sich entschieden. Der Vorteil dieser Angebote liege in ihrer Klarheit, so justETF.ch. Es gibt nur einen Preis pro Order. Je grösser das Volumen, desto grösser die Ersparnis. Insgesamt könne ein Trend zu Pauschalgebühren beobachtet werden.

Zu den Pauschaltarif-Anbietern zählen Easytrading der Basler Kantonalbank, Migros Bank, VZ Depotbank und seit kurzem auch cash mit der bank zweiplus. cash und Easytrading offerieren Pauschalgebühren von 29 bzw. 30 Franken, VZ Depotbank und die Migros Bank verrechnen 39 bzw. 40 Franken pro Order.

Hier gehts zur vollständigen Ranking-Übersicht.

(cash)