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Wohin trägt es die Logistik-Aktien?

Panalpina und Kühne+Nagel sind globale Schweizer Transportunternehmen. Bei den Performance-Aussichten für die Aktien gibt es für die nächsten Monate einen Favoriten.
26.10.2015 15:09
Von Marc Forster
Panalpina-Frachtflugzeug vom Typ Boeing 747-8: Die neueste Generation des «Jumbo-Jets».
Panalpina-Frachtflugzeug vom Typ Boeing 747-8: Die neueste Generation des «Jumbo-Jets».
Bild: ZVG

Panalpina und Kühne+Nagel sind beide im wahrsten Wortsinne Weltkonzerne: Zu Lande, auf dem Wasser und in der Luft verschieben sie Waren hin und her. Kühne+Nagel ist grösste Seefrachtspediteur und weltweite Nummer zwei in der Luftfracht. Panalpina schafft es in beiden Kategorien unter die Top Five.

Bei Panalpina hat zuletzt das Drittquartalsergebnis für Aufsehen gesorgt: Es lag unter den Erwartungen. Im Vergleich zum Jahresanfang hat die Aktie 16,5 Prozent ihres Wertes verloren. Anleger warten weiterhin auf den Turnaround. Die deutliche Abhängigkeit von Kunden im Öl- und Gasgeschäft belastet das Basler Unternehmen, das Management zeigt sich nun pessimistischer beim Ausblick.

Bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB) setzt es dafür die Herunterstufung der Aktie von "Markt-" auf "Untergewichten". Der Panalpina-Titel dürfte in den nächsten Monaten schlechter abschneiden als der Markt. Im Klartext: Wer nicht wichtige Ambitionen mit Panalpina hegt, sollte den Titel besser loswerden.

Aktien von Panalpina (rot) und Kühne+Nagel (orange) seit 1. Januar 2015 (Quelle: cash.ch)

Kühne+Nagel, von Hamburger Übersee-Tradition umweht, aber mit Sitz in Schindellegi SZ, lässt seine Aktien an der Börse in Zürich handeln. Im Vergleich zum Jahresanfang ist der Kurs der Aktie faktisch unverändert. Das Neun-Monate-Ergebnis, das das Unternehmen Mitte Oktober publiziert hat, zeugt von einer verbesserten Profitabilität.

Im direkten Verleich zeigen sich Unterschiede zwischen den beiden Unternehmen:

Operatives Geschäft: Die Prognosen für den globale Warentransport sind durchzogen. Überkapazitäten und sehr volatile Frachtraten machen das Geschäft nicht einfach. Insbesondere bei der wichtigen Luftfracht trennen sich Spreu und Weizen: Bei Panalpina ist der schwache Ausblick für flugzeugtransportierte Güter ein Grund für die eingetrübten Erwartungen, Kühne+Nagel hingegen erwartet in dieser Sparte ein Rekord-Betriebsresultat.

Dividende: Kühne+Nagel ist eine der Schweizer Dividendenperlen. Die Rendite mit der Ausschüttung liegt bei 5,2 Prozent. Bei Panalpina bringt die Dividende 2,5 Prozent.

Bewertung: Bei beiden Aktien ist die Luft von der Bewertung her gesehen dünn. Bei Panalpina beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis 29,2, während Kühne+Nagel auf 24,1 kommt.

Kursziele: Keiner der zwei grossen Schweizer Weltlogistiker verfügt derzeit über Buy-Ratings. Die Analysten sprechen zumeist ein 'Hold' aus. Bei Panalpina fällt die erwähnten Zurückstufung durch die ZKB ins Gewicht.

Weder Panalpina noch Kühne+Nagel sollten bei Anlegern Begeisterungsstürme auslösen. Der Kursverlauf beider Aktien ist volatil und folgt, wie der Chart zeigt, ähnlichen Bahnen.

Im direkten Vergleich schneidet Kühne+Nagel aber besser ab: Operativ ist das schweizerisch-deutsche Unternehmen besser unterwegs, ausserdem wartet auf die Anleger eine überdurchschnittliche Dividende. Zudem sind Kühne+Nagel noch etwas attraktiver bewertet. Bei Panalpina wird die Durststrecke wohl anhalten, solange sich keine Anzeichen einer Kehrwende zu mehr Profitabilität zeigen.

Immerhin schätzt die ZKB, dass Panalpina bis 2019 im Jahr 5 Prozent bei der Luftfracht und 6 Prozent bei der Seefracht wachsen kann. Panalpina arbeitet zudem an der Kostenkontrolle und der Einführung einer neuen, effizienzsteigernden Informatik. Auch Barclays glaubt daran, dass Panalpina wieder abhebt.