Wohl kein Brexit: US-Börsen legen zu

Die Stimmung an der Wall Street hat sich am Montag angesichts verbesserter Chancen auf einen Verbleib Grossbritanniens in der Europäischen Union (EU) wieder aufgehellt.
20.06.2016 23:14
Die Trader in New York blicken auf die kommende Brexit-Abstimmung in Grossbritannien. Im Moment sieht es besser aus, doch die Unsicherheit bleibt.
Die Trader in New York blicken auf die kommende Brexit-Abstimmung in Grossbritannien. Im Moment sieht es besser aus, doch die Unsicherheit bleibt.
Bild: Bloomberg

NEW YOAllerdings konnte der Dow Jones Industrial seine frühen Gewinne von rund eineinhalb Prozent nicht ganz verteidigen. Zum Handelsschluss notierte der US-Leitindex noch 0,73 Prozent im Plus bei 17 804,87 Punkten. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,58 Prozent auf 2083,25 Punkte nach oben und der technologiewertelastige Index Nasdaq 100 gewann 0,59 Prozent auf 4400,158 Zähler.

Britisches Pro-EU-Lager im Aufwind

In der vergangenen Woche hatte auch die Wall Street unter der Sorge der Investoren über die Folgen eines möglichen Brexit gelitten. Jüngste Umfragen deuteten nun aber auf Zugewinne des Pro-EU-Lagers, wenngleich es nach wie vor nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen an diesem Donnerstag aussieht.

Die Sorgen der Investoren hätten letzte Woche einen Höhepunkt erreicht, sagte Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research. Wer aus dem Markt raus wollte, sei raus gewesen. Entsprechend sei zum Wochenauftakt verstärkter Kaufdruck aufgekommen.

Mit Blick auf die Einzelwerte gewannen die Aktien des Flugzeugbauers Boeing mehr als 2 Prozent. Börsianer verwiesen auf mögliche Grossaufträge aus dem Iran und Russland.

Für Bankenwerte ging es ebenfalls nach oben. Neben den nachlassenden Sorgen um einen Brexit half ihnen die Beruhigung an den Anleihemärkten. Die Anteilsscheine von Goldman Sachs verteuerten sich um 1,45 Prozent. Die Papiere der Bank of America stiegen um rund 1 Prozent und die Aktien der Citigroup legten um 0,75 Prozent zu.

Hertz und Avis profitieren

Aktien der Autovermieter Hertz und Avis Budget profitierten laut Börsianern von einem positiven Analystenkommentar zur Gebrauchtwagen-Kauflaune von US-Konsumenten. Autovermieter verkaufen ihre Wagen nach Ende der Nutzungsdauer als Gebrauchtwagen. Hertz stiegen um mehr als 5 Prozent und Avis gewannen 3,69 Prozent.

Der Euro gab im New Yorker Handel einen Teil seiner Gewinne wieder ab und kostete 1,1306 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1332 (Freitag: 1,1254) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8825 (0,8886) Euro gekostet. Am Anleihemarkt fiel der Kurs richtungweisender zehnjähriger US-Staatsanleihen um 19/32 Punkte auf 99 18/32 Punkte. Ihre Rendite betrug 1,67 Prozent.

(AWP)