Wohnungsmarkt - Immobilienblasenindex weiter in der Risikozone

Die Gefahr einer Blase auf dem Schweizer Wohnungsmarkt bleibt unverändert hoch.
08.08.2017 09:21
Die Investitionsnachfrage nach Wohnimmobilien bleibt in der Schweiz unverändert hoch.
Die Investitionsnachfrage nach Wohnimmobilien bleibt in der Schweiz unverändert hoch.
Bild: cash

Das zeigt der UBS-Immobilienblasenindex, der im zweiten Quartal 2017 auf dem Wert des Vorquartals von 1,38 Indexpunkten verharrte. Er bleibt damit aber in der Risikozone von 1,00 bis 2,00 Punkten - bei einem Wert von über 2,00 wird von einer Blase gesprochen.

Die sich verbessernde Konjunktur und die teuerungsbereinigt leicht rückläufigen Eigenheimpreise hätten zur Stabilisierung der Ungleichgewichte beigetragen, teilte die Grossbank am Dienstag mit. Insgesamt hätten die Ungleichgewichte auf dem Eigenheimmarkt aber seit einigen Quartalen nicht weiter zugenommen. Nicht mehr zu den Gefahrenregionen gehören gemäss den UBS-Ökonomen Genf und Nyon.

Gestützt wurde der Immobilienblasenindex durch den Kauf-Mietpreis-Indikator, der im Berichtsquartal einen weiteren Höchststand erreichte. Auch die Investitionsnachfrage nach Wohnimmobilien blieb unverändert hoch. Dämpfend wirkten hingegen das relativ moderate Wachstum der ausstehenden Haushaltshypotheken vor dem Hintergrund der sich leicht aufhellenden Konjunktur. Im Quartalsvergleich war den Angaben zufolge auch das zweite Mal in Folge ein leichter Rückgang der teuerungsbereinigten Eigenheimpreise zu beobachten.

Ungleichgewicht zwischen Miet- und Eigenheimmarkt

Weiter zugenommen hat derweil das Ungleichgewicht zwischen Miet- und Eigenheimmarkt. Seit 2014 seien die Kaufpreise für Wohneigentum ununterbrochen stärker gewachsen als die Marktmieten, erklärt die UBS. Diese Kluft sei auch im zweiten Quartal 2017 weiter gewachsen. Allerdings sei dies weniger einem Boom auf dem Eigenheimmarkt geschuldet, als vielmehr einem fortlaufenden Rückgang der Mieten. So lägen die Marktmieten für Neu- und Wiedervermietung mittlerweile unter dem Niveau von Anfang 2014.

Makroökonomisch war das vergangene Quartal laut UBS geprägt durch sich verbessernde Konjunkturdaten und die Tendenz einer Abschwächung des Frankens. Die Bauinvestitionen konnten mit der schnelleren Wirtschaftsentwicklung jedoch nicht Schritt halten, so dass der Anteil der Bauwirtschaft an der Gesamtwirtschaftsleistung entsprechend leicht rückläufig war.

Dennoch liessen die Baubewilligungen keinen Rückgang der Wohnbautätigkeit erwarten, meint die Analysten der Bank. Für das Gesamtjahr erwarten sie unverändert eine gegenüber der Nachfrage erneut zu hohe Neubautätigkeit von gegen 50'000 Wohneinheiten. Daraus wird geschlossen, dass die Mieten weiter fallen dürften.

(AWP)