Yellen-Rally an den US-Börsen

Die Aussicht auf weitere Schützenhilfe durch die US-Notenbank Fed hat die Wall Street am Mittwoch auf Jahreshöchststände getrieben.
30.03.2016 22:25
Das freut das Anlegerherz: Händler an der Wall Street am Mittwoch.
Das freut das Anlegerherz: Händler an der Wall Street am Mittwoch.
Bild: Bloomberg

Anleger kauften Aktien, weil eine baldige Zinserhöhung nun vom Tisch sei, sagen Marktexperten. Fed-Chefin Janet Yellen hatte am Dienstag das behutsame Vorgehen der Notenbank bekräftigt und damit Spekulationen auf eine weitere geldpolitische Straffung bereits im April gedämpft. In dieselbe Kerbe schlug am Mittwoch der Präsident der Fed von Chicago, Charles Evans. Seinen Worten zufolge wird die Fed die Zinszügel im kommenden Monat noch nicht weiter anziehen. Anlagestratege Ernie Cecilia vom Finanzhaus Bryn Mawr Trust betont allerdings, damit die aktuelle Kursrally anhalte, müssten die Firmengewinne zulegen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,5 Prozent höher mit rund 17'717 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 stieg 0,4 Prozent auf rund 2064 Zähler. Beide Barometer erreichten zwischenzeitlich ihre höchsten Werte in diesem Jahr. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,5 Prozent auf 4869 Stellen.

Gefragte Tech-Aktien

Zu den Gewinnern an der Wall Street zählten vor allem Technologietitel. Der Sektor legte 0,7 Prozent zu. Er wurde angetrieben von Apple, die nach einer Analysten-Hochstufung 1,7 Prozent gewannen.

Der Lebensversicherer MetLife gewann 5,3 Prozent an Börsenwert. Ein Gericht hatte geurteilt, dass der Konzern für die US-Finanzwirtschaft nicht systemrelevant sei. Damit dürften weniger strenge Aufsichtsvorgaben auf MetLife zukommen.

Boeing baut Stellen ab

Boeing-Papiere sackten gegen den Markttrend 1,8 Prozent ab. Das Unternehmen verschärft im Konkurrenzkampf mit Airbus seinen Sparkurs und plant den Abbau von Tausenden von Stellen. Insiderinformationen zufolge stehen im Verkehrsflugzeuggeschäft bis zu 8000 Arbeitsplätze auf der Kippe.

An der New Yorker Börse wechselten rund 820 Millionen Aktien den Besitzer. 1892 Werte legten zu, 1122 gaben nach und 155 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1.7 Milliarden Aktien 1746 im Plus, 1074 im Minus und 158 unverändert.

An den US-Kreditmärkten gab es Kursverluste, weil die Investoren nach den jüngsten Signalen aus der Fed riskantere Anlagen bevorzugten. So sanken die zehnjährigen Staatsanleihen um 3/32 auf 98-7/32. Sie rentierten mit 1,82 Prozent. Die 30-jährigen Bonds büßten 27/32 ein auf 96-27/32 und hatten eine Rendite von 2,65 Prozent.

(Reuters)