Zahl der Börsengänge 2016 weltweit eingebrochen

Die Zahl der weltweiten Börsengänge ist nach dem leichten Rückgang 2015 im Jahr 2016 eingebrochen. Die Ölpreisschwankungen, das Brexit-Votum sowie zuletzt die US-Wahlen hätten die IPOs erschwert.
15.12.2016 10:33
Die US-Wahlen haben - unter anderem - die Marktteilnehmer 2016 in Atem gehalten.
Die US-Wahlen haben - unter anderem - die Marktteilnehmer 2016 in Atem gehalten.

So das Fazit einer am Donnerstag publizierten Studie des Beratungsunternehmens EY. Insgesamt sank die Zahl der IPOs um 16% auf 1'055, wobei das Emissionsvolumen gar um einen Drittel auf noch 135 Mrd USD zurückfiel. Trotz des deutlichen Rückgangs habe sich das Jahr damit aber im historischen Durchschnitt bewegt, heisst es in der Medienmitteilung weiter.

Vor allem in den USA und in Europa habe es kräftige Rückgänge gegeben. So nahm die Anzahl Börsengänge in den USA um 36% auf 112 ab und das Emissionsvolumen um 37% auf 21,3 Mrd USD. In Europa gab es 174 Börsengänge oder 36% weniger als im Vorjahr, wobei das dabei eingesammelte Kapital um beinahe die Hälfte auf 37,7 Mrd USD absackte. In China reduzierten sich die Börsengänge lediglich um 6% auf 331, aber auch hier fiel das Emissionsvolumen um 23% auf 46,2 Mrd USD deutlicher zurück.

Im vierten Quartal immerhin ergab sich gegenüber dem dritten eine Zunahme der IPOs um einen Viertel, womit der Wert des Vorjahresquartals allerdings nicht ganz erreicht wurde.

Nach dem guten IPO-Jahr 2015 sei 2016 eher enttäuschend verlaufen, wird in der Mitteilung Roger Müller, Partner und IPO-Leader bei EY Schweiz zitiert. In den USA hätten etliche Kandidaten angesichts der Präsidentschaftswahl in Wartestellung verharrt, und in Europa habe der Markt nach dem Brexit-Votum abrupt abgebremst.

Mehr Börsengänge in der Schweiz

In der Schweiz erhöhte sich die Zahl der IPOs gegenüber dem Vorjahr um vier auf sechs. Weil im Vorjahr das grosse Sunrise-IPO über die Bühne ging, fiel allerdings das Transaktionsvolumen um über 60% auf knapp 1 Mrd USD zurück. Vier der sechs Firmen zog es an ausländische Börsen, nämlich AC Immune und Crispr Therapeutics (Nasdaq), TalkPool (Nasdaq First North in Stockholm) und GeNeure (Paris, Euronext). Einzig der Vakuumventilhersteller VAT sowie das Immobilienunternehmen Investis liessen sich an der SIX Swiss Exchange kotieren.

Für das kommende Jahr sieht EY möglicherweise eine Wende zum Positiven in den USA, wo eine ganze Reihe möglicher Technologie-IPOs bevorsteht. Dies dürfte auch auf Europa ausstrahlen. Das politische und wirtschaftliche Umfeld dürfte aber turbulent bleiben und mit dem Brexit und dem Ausgang der US-Wahlen stünden Veränderungen an, welche Auswirkungen auf die Märkte haben dürften. So sei für die Schweiz nicht mit einer "durchgreifenden Belebung" des IPO-Marktes zu rechnen.

(AWP)