Zahlen - Axa verliert 2019 im BVG-Geschäft an Umfang

Die Axa hat im vergangenen Jahr in der beruflichen Vorsorge wegen dem Rückzug auf dem Geschäft mit Vollversicherung wie erwartet deutlich an Gewicht verloren.
29.05.2020 06:13
Logo des Axa-Konzerns an einem Bürogebäude in Winterthur.
Logo des Axa-Konzerns an einem Bürogebäude in Winterthur.
Bild: cash

Da der Versicherer sich aus der Vollversicherung zurückgezogen hat, wechselten Kunden entweder in die teilautonomen Angebote oder zur Konkurrenz. Die Prämieneinnahmen im BVG-Geschäft schrumpften entsprechend um 75 Prozent auf 1,7 Milliarden Franken, wie die Axa am Donnerstag mitteilte. Ein Grossteil der Sparprämien sei im Zuge des Umbaus nicht mehr auf der Axa-Bilanz, sondern bei den neuen teilautonomen Sammelstiftungen verbucht worden.

Ausstieg mit Folgen

Infolge des Übertrags von Kapitalanlagen an die Stiftungen gingen auch die Kapitalerträge im BVG-Geschäft zurück: Sie sanken auf 761 Millionen Franken von 1,3 Milliarden im Jahr zuvor. Das Betriebsergebnis reduzierte sich um einen Drittel auf 127 Millionen.

Anfang 2019 war Axa aus dem Geschäft mit Vollversicherungen ausgestiegen. Das Angebot ist etwa bei KMU beliebt, da es auch Schutz vor Verwerfungen an den Finanzmärkten bietet. Zugleich muss aber ein Versicherer dafür genügend Kapital bereithalten.

Mit dem Rückzug aus der Vollversicherung wechselten auch einige Axa-Kunden zur Konkurrenz: Ende 2019 zählte die Gruppe in der beruflichen Vorsorge noch gut 332'000 aktiv Versicherte nach 405'000 im Jahr zuvor. Die Zahl der Rentenbezüger nahm auf rund 68'000 von knapp 71'000 ab.

«Solide finanzierte» Stiftungen

Bei der Axa bedauert man den Ausstieg aus der Vollversicherung nicht. "Durch den Wechsel auf teilautonome Lösungen können wir die Umverteilung von aktiv Versicherten zu Rentnern stark reduzieren", sagt der Leiter Vorsorge Thomas Gerber in der Mitteilung.

Zudem könnten für Versicherte Ertragschancen besser genutzt werden. Im sehr guten Börsenjahr 2019 schüttete die Axa den Angaben zufolge rund 600 Millionen Franken mehr Zins an die Kunden aus, als dies mit der Vollversicherung möglich gewesen wäre.

Das Altersguthaben sei durchschnittlich mit rund 3,5 Prozent verzinst worden, so die Mitteilung weiter. Langfristig geht man bei der Axa von einer Verzinsung von jährlich 2 Prozent aus.

Um für Marktverwerfungen gerüstet zu sein, hat Axa die Stiftungen laut Mitteilung "finanziell solide" ausgestattet. Ende 2019 lag der Deckungsgrad im Durchschnitt bei 111 Prozent. Im Zuge der Coronakrise fiel der Wert bis Ende April nur leicht auf 107 Prozent zurück.

Wieder Fokus auf Neugeschäft

2020 will Axa nach dem Umbau im letzten Jahr nun auch wieder wachsen. Man lege den Fokus auf Neukunden, heisst es in der Mitteilung dazu. So lag die Anzahl neu Versicherter im ersten Quartal bei knapp 35'000, während es im Vorjahr in dieser Zeitspanne nur gut 6400 Neukunden gewesen waren. Das verwaltete Altersguthaben der Stiftungen wuchs damit um 9 Prozent auf 26,3 Milliarden Franken.

(AWP)