Zerschlagungspläne - cash-Leser wollen keine Aufspaltung der Credit Suisse

Der aktivistische Investor Rudolf Bohli sorgt diese Woche für Aufsehen: Er fordert eine Zerstückelung der Credit Suisse in drei Teile. Bei den cash-Lesern findet er damit keine Mehrheit.
20.10.2017 11:30
Von Pascal Züger
Filiale der Credit Suisse am Claraplatz in Basel.
Filiale der Credit Suisse am Claraplatz in Basel.
Bild: cash

Diese Woche gab der RBR-Capital-Chef Rudolf Bohli bekannt, dass er die Credit Suisse in drei Teile - eine Investmentbank, einen Vermögensverwaltung und einen Asset-Manager - aufspalten und damit die aktuelle Bewertung der Bank von 40 Milliarden Franken verdoppeln will.

Um diesem Anliegen Nachdruck zu verleihen, hat der Hedgefonds auch gleich eine Beteiligung von rund 100 Millionen Franken an der zweitgrössten Schweizer Bank erworben - das ist ungefähr 0,2 Prozent des Börsenwerts.

Die Credit Suisse in drei schlanke Teile zerlegen, die sich auf ihre jeweiligen Kerntätigkeiten fokussieren können: Einem solchen Vorschlag sollten die cash-Leser positiv gesinnt sein - könnte man zumindest meinen. Das Ergebnis einer cash-Umfrage mit knapp 2700 Teilnehmenden spricht aber eine andere Sprache:

Ergebnis der cash-Umfrage, Quelle: cash.ch 

Für eine Mehrheit von 63 Prozent der Teilnehmenden macht ein Aufspalten der Credit Suisse keinen Sinn. Nur 37 Prozent stellen sich hinter die Forderung des aktivistischen Investors.

Anliegen dürfte kaum Erfolgschancen haben

Womöglich sind die cash-Leser gegenüber dem Engagement Bohlis - der sich Ende Februar bereits als GAM-Grossaktionär zu erkennen gab und gleich einen radikalen Stellenabbau forderte - etwas misstrauisch: An Hedgefonds haftet nämlich etwas der Ruf, kurzfristig Geld verdienen zu wollen und kein Interesse am langfristigen Erfolg ihrer Beteiligungen zu haben.

Misstrauisch sind auch zahlreiche Analysten. Diese glauben nämlich nicht, dass das von Bohli geforderte Modell überlebensfähig wäre. Für Andreas Brun von Mirabaud etwa ist das Asset Management mit einem verwalteten Vermögen von 320 Milliarden Franken zu klein und hat das Investment Banking eine zu tiefe Eigenkapitalrendite. Seines Erachtens könnte nur die Vermögensverwaltung alleine bestehen. 

Kommt hinzu, dass die Forderung sowieso kaum Chancen haben dürfte, durchzukommen: Um eine Mehrheit der Aktionäre für diese Idee zu Gewinnen, müssten wohl Grossaktionäre wie Chase Nominees (16 Prozent der Stimmen), Harris Associates oder der norwegische Staatsfonds (je 5 Prozent der Stimmen) für eine Zerschlagung stimmen - was sehr unwahrscheinlich ist.