Zinserhöhung - «Das ist die Zeit für Angst und nicht für Gier»

Der grösste europäische Hochzinsanleihefonds schraubt das Risiko nach unten, da am Horizont höhere Zinsen lauern. Der Schweizer Fondsmanager Sandro Näf rechnet mit dem Ende eines Zyklus'.
24.09.2017 09:00
Die amerikanische Notenbank Fed hat den Leitzins in diesem Jahr zweimal erhöht.
Die amerikanische Notenbank Fed hat den Leitzins in diesem Jahr zweimal erhöht.
Bild: pixabay.com

"Das ist die Zeit für Angst und nicht für Gier", sagte der Schweizer Sandro Näf, Chief Executive Officer von Capital Four, in einem Interview mit Bloomberg in Kopenhagen. "Du willst eine gute Absicherung nach unten haben."

Europäische Hochzinsanleihen verzeichneten einen Boom als Investoren angesichts der rekordniedrigen Zinsen auf die Jagd nach Rendite gingen. Der Bloomberg Barclays Pan-European High Yield Index ist in den letzten fünf Jahren um 44 Prozent geklettert.

Die in Kopenhagen ansässige Capital Four verwaltet den 4,4 Milliarden Euro schweren Nordea 1 European High Yield Bond Fund, den grössten seiner Art, wie aus Daten von Bloomberg hervorgeht.

Vorbereitung auf Zinserhöhungen

Da der Konjunkturzyklus reifer wird, mit den Plänen der Federal Reserve für Zinserhöhungen, beugt der Fonds einem Rückgang der Anleihekurse vor, indem er sich auf nicht-zyklische Gesellschaften stützt, wie etwa Royal Bank of Scotland, Ardagh Packaging Finance, Matterhorn Telecom und WEPA Hygienprodukte GmbH. Der Fonds ist übergewichtet in vorrangig besicherten Hochzinsanleihen. "Sie haben höhere Wiedereinbringungsquoten", sagte Näf. "Wenn es schlecht ausgeht, bist Du besser geschützt."

Der Fonds hat in den vergangenen drei Jahren bis Ende Juli einen durchschnittlichen Ertrag von 6,1 Prozent pro Jahr erzielt, verglichen mit einem Benchmark-Ertrag von 5,3 Prozent. Näf sichert diese Erträge, indem er die Duration "relativ gering" hält, mit einer durchschnittlichen Laufzeit von 7,8 Jahren. Das werde das Potenzial minimieren, im nächsten Abschwung auf dem falschen Fuss erwischt zu werden, sagte Näf.

"Wir sehen wirklich langfristige Engagements sehr kritisch", so Näf. "Ein 10-jähriges Engagement ist sehr lang. Wenn Du so lange dabei bleibst, willst Du dafür gut bezahlt werden. Gegen Ende des Zyklus solltest Du verstärkt kurzfristige Engagements haben. "

(Bloomberg)