Zinspolitik - Deutschlands Banken beschleunigen Abschaffung der Negativzinsen

Die Anzahl der deutschen Banken, die auf Grund der erwarteten Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank ihre Strafzinsen auf Einlagen von Kunden zurücknehmen, nimmt weiter zu.
23.06.2022 16:30
EZB-Präsidentin Christine Lagarde.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde.
Bild: imago images / Andia

Die Sparda-Bank Hamburg kündigte an, dass sie die so genannten Verwahrentgelte auf Giro- und Tagesgeldkonten zum 1. Juli streichen wird. Die Gebühren hatte sie Anfang 2021 eingeführt. “Wir gehen davon aus, dass die EZB in Kürze die Leitzinsen erhöhen wird”, begründete Vorstandschef Stephan Liesegang den Schritt.

Erst Ende vergangener Woche hatte die Sparda-Bank West erklärt, dass sie die entsprechenden Gebühren ab Juli aufheben wird. Zu den Banken, die auf Straftzinsen weitestgehend verzichten wollen, gehören ausserdem die ING Deutschland und die Oldenburgische Landesbank. Auch die Deutsche Bank hat einen solchen Schritt in Aussicht gestellt. Das Vergleichsportal Verivox.de spricht von insgesamt 14 Banken.

Die EZB hatte diesen Monat den Vorhang für die jahrelange ultralockere Politik fallen lassen, indem sie sich zu einer Anhebung der Zinssätze um einen Viertelpunkt im nächsten Monat verpflichtete und die Tür für eine grössere Anhebung im Herbst öffnete.

(Bloomberg)