Zinsspekulationen lähmen Wall Street vor Yellen-Auftritt

Unsicherheit über die Zinspolitik hat am Mittwoch die Wall Street in Schach gehalten.
24.08.2016 22:20
Ein Trader an der Börse in New York blickt sorgenvoll auf die Bildschirme: Alle warten auf die Rede von Fed-Chefin Yanet Jellen.
Ein Trader an der Börse in New York blickt sorgenvoll auf die Bildschirme: Alle warten auf die Rede von Fed-Chefin Yanet Jellen.
Bild: Bloomberg

Marktteilnehmer hielten sich vor dem Treffen internationaler Notenbanker im amerikanischen Jackson Hole zurück, bei dem Fed-Chefin Janet Yellen am Freitag eine Rede hält. Von ihr werden Hinweise darauf erwartet, wann die US-Notenbank die Zinsen anheben wird. Zu den Verlierern zählten insbesondere Rohstoffwerte und Aktien aus dem Medizinsektor.

"Vor Yellens Rede ist sicherlich Vorsicht geboten", sagte Anlagestratege Matthew Tuttle vom Finanzberater Tuttle Tactical Management. "Wir wissen, dass dies den Markt bewegen wird, wir wissen aber nicht, in welche Richtung." An den Terminmärkten wird die Wahrscheinlichkeit einer US-Zinserhöhung bereits im September aktuell auf lediglich 21 Prozent taxiert.

Die US-Börsen notieren derzeit nahe von Rekordständen. Mit dem Abebben der Bilanzsaison sind die Handelsvolumina zuletzt aber deutlich zurückgegangen.

Dow Jones leicht tiefer

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,4 Prozent niedriger bei knapp 18.481 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,5 Prozent auf 2175 Stellen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 0,8 Prozent auf rund 5218 Zähler. In Frankfurt ging der Dax 0,3 Prozent höher bei nahezu 10.623 Punkten aus dem Handel.

An der Wall Street standen insbesondere Werte aus der zweiten Reihe im Blick. Die Papiere von Express stürzten um 25,5 Prozent ab. Anleger reagierten verschnupft, weil der Modehändler seine Prognose für das Gesamtjahr senkte. Der Kurs von La-Z-Boy brach um 12,7 Prozent ein. Der Möbelhändler blieb mit Umsatz und Gewinn hinter den Markterwartungen zurück.

Unter Druck standen auch die Papiere des Pharmakonzerns Mylan, die 5,4 Prozent nachgaben. Das Unternehmen steht unter wachsendem politischem Druck, Preisanhebungen für ein Allergiemittel zu korrigieren. Die Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton von den Demokraten forderte eine freiwillige Reduzierung.

Einen Sprung nach oben machte dagegen die Aktie der Medizintechnikfirma OraSure, die um 10,6 Prozent zulegte. Börsianer feierten hier einen Auftrag der US-Regierung für das Unternehmen zur Lieferung von Zika-Schnelltests.

An der New Yorker Börse wechselten rund 760 Millionen Aktien den Besitzer. 873 Werte legten zu, 2088 gaben nach und 137 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,69 Milliarden Aktien 964 im Plus, 1891 im Minus und 150 unverändert.

Auch an den US-Kreditmärkten gingen die Investoren vor Yellens Auftritt auf Nummer sicher. Die zehnjährigen Staatsanleihen lagen 2/32 tiefer auf 99-14/32. Sie rentierten mit 1,56 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 7/32 auf 100-3/32 und hatten eine Rendite von 2,25 Prozent.

(Reuters)