Zinsumfeld - Bankiervereinigung: Banken werden durch Negativzinsen benachteiligt

Die Negativzinsen benachteiligen nicht nur die Schweizer Banken im Wettbewerb. Sie bewirken laut der Schweizerischen Bankiervereinigung auch massive strukturelle Schäden an der Schweizer Volkswirtschaft.
12.09.2019 11:02
Wird die Nationalbank die Negativzinsen erhöhen? (Bild: Das Gebäude der Schweizerischen Nationalbank in Bern)
Wird die Nationalbank die Negativzinsen erhöhen? (Bild: Das Gebäude der Schweizerischen Nationalbank in Bern)
Bild: ZVG

Sie wirft daher die Frage auf, wann Gegensteuer gegeben werden muss. Schweizer Banken zahlen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) jährlich mehr als 2 Milliarden Franken an Negativzinsen. Dies entspreche rund 5 Prozent ihrer Bruttozinserträge und führe zu einem erheblichen Wettbewerbsnachteil im internationalen Vergleich, teilte die Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) am Donnerstag mit.

Die Banken in der Euro-Zone und in den USA würden hingegen subventioniert oder erhielten Zinserträge für ihre Einlagen bei der Nationalbank. Allein in den USA erhielten die Banken in diesem Jahr von der US-Notenbank einen risikofreien Zinsertrag von schätzungsweise 30 Milliarden Dollar.

Die Negativzinsen würden aber auch zu finanziellen Blasen führen und langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft schädigen. Denn mit den anhaltend tiefen Zinsen würden unrentable Unternehmen künstlich am Leben erhalten. Zudem werde die Altersvorsorge gefährdet.

Weitere Zinssenkung wäre schädlich

Eine neuerliche Zinssenkung würde diese Problematik weiter verschärfen, warnt die Bankiervereinigung. Je länger das Negativzinsregime andauere und je höher der strukturelle Schaden für die Schweiz ausfalle, desto dringlicher werde die Frage, ab wann bei den Negativzinsen Gegensteuer gegeben werden müsse, mahnt der SBVg.

Das ist wohl ein Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung der SNB. Am (heutigen) Donnerstagnachmittag wird die Europäische Zentralbank (EKB) ihre Geldschleusen wohl noch einmal weit öffnen. Experten sind sich einig, dass die SNB unter Umständen wird nachziehen müssen.

(AWP)