Zinsunsicherheit lähmt Anleger an Schweizer Börse

Die Schweizer Börse hat sich am Montag in engen Spannen bewegt. Die Spekulationen über die weitere Zinsentwicklung in den USA und ein Feiertag in Grossbritannien dämpften den Risikoappetit der Anleger.
29.08.2016 17:35
An der Schweizer Börse bewegte sich am Montag wenig.
An der Schweizer Börse bewegte sich am Montag wenig.
Bild: ZVG

Die Umsätze waren dementsprechend unterdurchschnittlich. In London wurde wegen des Summer Bank Holiday nicht gehandelt. Der SMI notiert zum Handelsschluss um 0,2 Prozent höher auf 8184 Punkten. Am Freitag war der Leitindex um 0,3 Prozent gestiegen.

US-Notenbankchefin Janet Yellen hatte am Freitag die Tür für eine straffere Geldpolitik weit aufgestossen, den Zeitpunkt für einen solchen Schritt aber offen gelassen. Daher richteten die Marktteilnehmer ihren Fokus stark auf US-Konjunkturdaten.

Die US-Konsumenten gaben wie erwartet im Juli 0,3 Prozent mehr aus als im Vormonat. Dies war der vierte Anstieg in Folge. Handlungsbedarf lasse sich für die US-Notenbank aus diesen Zahlen nicht ableiten, sagt Helaba-Analystin Viola Julien. Der Konsum gilt zwar als Hauptstütze der Wirtschaft. Höhepunkt des Datenreigens dürfte aber dennoch der am Freitag anstehende Bericht zum US-Arbeitsmarkt sein.

In der Schweiz ist auf absehbare Zeit nicht mit höheren Zinsen zu rechnen. Eine Zinsanhebung der Schweizerischen Nationalbank ist nach Worten von Direktoriumsmitglied Andrea Maechler nicht in Sicht. Weltweit dürften die Sätze bis auf weiteres niedrig bleiben, sagte Maechler dem "Sonntagsblick".

Pharmawerte stützen den Markt

Während Aktien zyklischer Firmen und Finanzwerte eher gemieden wurden, gaben die Kursgewinne der beiden Pharmariesen Novartis und Roche von rund einem halben Prozent dem Markt eine gute Stütze. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat grünes Licht für eine vorübergehende Notfallzulassung für einen Zika-Test von Roche gegeben. Mit dem Test kann das Virus in Plasma- oder Serum-Proben nachgewiesen werden. Am Freitag hatte die FDA empfohlen, dass in den USA alle Blutspenden auf Zika untersucht werden.

Auf der anderen Seite drücken die Anteile des Zementriesen Lafarge-Holcim mit einem Minus von 1,1 Prozent auf den Index. Gewinnmitnahmen belasten die Papiere der Sanitärtechnikfirma Geberit mit 0,8 Prozent. Die Aktien des Luxusgüterherstellers Richemont und des Uhrenkonzerns Swatch büssen 1,3 und 1,2 Prozent ein.

Die Anteile des Personalvermittlers Adecco geben leicht nach, die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB sind gehalten und diejenigen des Aromen- und Riechstoffproduzenten Givaudan stiessen gar in die Gewinnzone vor.

Syngenta profitieren von US-Zusage für Übernahme

Zu den Gewinnern zählen die Anteile von Syngenta. Der Aktienkurs des Agrochemiekonzerns wird durch das milliardenschwere Übernahmeangebot von Chem China gestützt. Der US-Regierungsausschuss zur Kontrolle von Auslandsinvestitionen hatte jüngst grünes Licht für den Deal gegeben.

Bei den Bankaktien verbuchen die Titel des Vermögensverwalters Julius Bär und der Grossbank Credit Suisse Kursgewinne. CS-Rivalin UBS kann anfängliche Einbussen wettmachen.

Der Lebensmittelwert Nestlé wurde eine Spur höher gehandelt. Auch die meisten anderen Lebensmittelwerte sind etwas fester.

Bachem und Dorma+Kaba nach Kurszielerhöhung gesucht

Am breiten Markt steigen die Aktien von Bachem nach einer Kurszielerhöhung der Bank Vontobel und wegen Käufen nach dem besser als erwarteten Ergebnis, das der Pharmazulieferer am Freitag veröffentlicht hatte, um 6,9 Prozent.

Eine Kurszielerhöhung auf 840 von 770 Franken hob den Titel der in den Bereichen Sicherheit und Zutritt tätigen Dorma+Kaba um 2,1 Prozent auf 769 Franken. Bachem und Dorma+Kaba markierten neue Höchstwerte.

Alpiq klettern um 6,7 Prozent. Der Stromkonzern hatte im ersten Halbjahr besser abgeschnitten als befürchtet.

Die Anteile von Myriad verlieren 2,6 Prozent. Vor Eröffnung des Börsenhandels wurde eine ausserbörsliche Transaktion von 1,1 Millionen Aktien des Mobiltelefon-Software Herstellers rapportiert. "Möglicherweise eine Aktienplatzierung", sagt ein Händler.

(Reuters)