ZKB-Chef: Bei Hypotheken früh gebremst

Der CEO der Zürcher Kantonalbank (ZKB), Martin Scholl, gibt sich zur Lage auf dem Hypothekarmarkt gelassen.
24.07.2016 16:57
Martin Scholl, Vorsitzender der Generaldirektion der Zürcher Kantonalbank.
Martin Scholl, Vorsitzender der Generaldirektion der Zürcher Kantonalbank.
Bild: cash

Ein Zinsanstieg, der viele Hypothekarschuldner in Schwierigkeiten bringen könnte, mache ihm keine Sorgen, sagte er in einem Interview mit dem "Tagesanzeiger" vom Samstag. Aktuell gebe es auch keine Anzeichen dafür. Und sollte er doch kommen, sei die ZKB vorbereitet: "Wir sind schon früh auf die Bremse getreten und bei den Hypotheken drei, vier Jahre schwächer gewachsen als der Markt."

Allerdings sei der "Cocktail aus Anlagenotstand, tiefen Leitzinsen und einem wachsenden Bedürfnis nach Wohnraum gefährlich", räumte Scholl ein. Da sich aber wegen der in den letzten Jahren stark gestiegenen Preise auch weniger Mieter ein Eigenheim leisten könnten, gehe die Nachfrage zurück.

Negativzinsen für Kleinsparer und Kleinunternehmen sieht die ZKB weiterhin nicht vor, solange die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihre Politik nicht verschärfe, versicherte Scholl. Kleinsparer würden mit einem Null-Prozent-Zins subventioniert, betonte er: "Das hört sich eigenartig an, doch es ist so. Der Marktzins liegt bei -0,75%." Weiterhin freue sich die Bank aber über Kundengelder, die "langfristig und nachhaltig bei der Bank bleiben und investiert werden."

Insgesamt sei die ZKB "gut unterwegs", sagte der CEO weiter. Das 1. Halbjahr habe die Erwartungen erfüllt. Keine neuen Auskünfte konnte Scholl zum US-Steuerstreit geben. "Das Thema beschäftigt uns jetzt schon seit Jahren und wir hoffen, möglichst bald eine Einigung mit den US-Behörden zu erreichen. Den Zeitpunkt bestimmen aber nicht wir."

(AWP)