ZKB läuft bei Valiant in Interessenkonflikte

Die ZKB nimmt die Erstabdeckung der Valiant-Aktie auf und empfiehlt eine Gewichtung im Rahmen des Gesamtmarktes. Pikantes Detail: Das Bankinstitut selber hält eine Beteiligung an der Berner Regionalbank.
13.08.2013 08:10
Von Lorenz Burkhalter

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) nimmt die Erstabdeckung der Aktie der Valiant Holding mit «Marktgewichten» auf. Das heisst im Klartext: Anleger sollten die Papiere der Berner Regionalbankengruppe in ihren Aktienportfolios im Rahmen ihrer Gewichtung im Swiss Performance Index abbilden.

Was auf den ersten Blick nach Tagesgeschäft aussieht, ist auf den zweiten Blick nicht ganz unproblematisch. Denn seit dem Frühsommer 2011 arbeiten die beiden Bankinstitute zusammen. Die Anknüpfungspunkte erstrecken sich über die Bereiche Handel, Anlageinstrumente, Research sowie Investitionsgüterleasing. Die ZKB ist seit damals sogar mit 3,01 Prozent an der Valiant Holding beteiligt.

ZKB-Analyst findet vorwiegend kritische Worte

Damit sind Interessenkonflikten Tür und Tor geöffnet. Beobachter fragen sich, ob die Valiant-Aktie vom verantwortlichen Analysten nicht absichtlich eher kritisch beurteilt wird um so den Kurs tief zu halten. Zumindest wurde seinem Arbeitgeber im Januar dieses Jahres sogar ein Interesse an der Berner Regionalbankengruppe nachgesagt. Damals verlangte die ZKB eine Revision der kantonalen Gesetzgebung im Kanton Zürich. Eine solche hätte es ihr ermöglicht, neues Eigenkapital aufnehmen zu können.

Die Beteiligung wird in der Unternehmensstudie denn auch nur beiläufig erwähnt. Valiant habe einen Free Float von 100 Prozent mit der ZKB, Highclere International Investors, UBS Fund Management und dem norwegischen Staatsfonds als grösste Aktionäre mit je leicht über 3 Prozent, schreibt der Verfasser.

Trotz einem satten Abschlag zur Konkurrenz beim Kurs/Buchwert-Verhältnis erachtet der Experte die Aktie der Valiant Holding als fair bewertet. Er gehe nicht davon aus, dass das Unternehmen auf einer bereinigten Basis in naher Zukunft seine Eigenkapitalkosten wird erwirtschaften können. Beim Zinsertrag fehle ihm die Fantasie und auch im Wachstum sehe er keinen Katalysator, so schreibt der Experte weiter. Der Fokus liege auf den Kosteneinsparmassnahmen, wobei davon auszugehen sei, dass die Restrukturierung erst am Anfang stehe.