stock alert

Züblin auf dem Weg zum «penny stock»

Der Kurs der Züblin-Aktie kennt seit letztem Jahr nur eine Richtung: nach unten. Es fehlt nicht mehr viel für ein besonders unrühmliches Prädikat.
02.03.2015 15:22
Von Marc Forster
Bei Züblin ist vieles um Umbruch, nicht zuletzt wegen Grossaktionär Viktor Vekselberg. Probleme gibt es vor allem im Auslandgeschäft.

Züblin war eine der zehn schlechtesten Aktien im Gesamtjahr 2014. Seit Jahresbeginn ist es nicht besser geworden: Von 2,12 Franken im letzten Juni ist der Wert der Aktie auf 1,04 Franken gesunken. Die Aktie ist nur noch einen kleinen Spalt breit davon entfernt, zum "penny stock" zu werden - also eine Aktie, deren Wert man in Rappen und nicht mehr in Franken angibt. Auch "cent stock" genannt, bezeichnet man so in englischsprachigen Ländern jene Titel, die bei einem oftmals kleinen Handelsvolumens Spekulationsobjekte werden und sehr schwankungsanfällig zu werden drohen.

Von Vekselberg kontrolliert

Ein Drittel der Züblin-Aktien gehört mittlerweile Grossinvestor Viktor Vekselberg, der seit Mitte des vergangenen Jahres mit seinen Vertrauten den Verwaltungsrat kontrolliert. Dadurch ist das sowieso schon tiefe Handelsvolumen noch kleiner geworden. Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat die Aktie zuletzt auf "untergewichten" gesetzt. Im ZKB-Jargon heisst das, dass man die Finger von der Aktie besser lässt, wenn man nicht auf eher spekulative Abenteuer aus ist. Mittlerweile analysieren die ZKB-Analysten die Züblin-Aktie gar nicht mehr.

Aber bringt eine solche Situation, wie sie Züblin derzeit erlebt, neben Gefahren auch Möglichkeiten? Für Züblin spricht die Konzentration auf energetisch sanierte Bürobauten. Renovationsobjekte, zumal an guten Lagen, können an Wert gewinnen. Dass bei Züblin die Zeichen auf Umbruch stehen, zeigt aber die französische Tochter: Diese wird zum Verkauf gestellt. Züblin ist ansonsten in Deutschland und der Schweiz tätig. Ursprünglich sollte sich Züblin auf Deutschland und Frankreich konzentrieren und sich vom Schweizer Markt zurückziehen. Dies rief aber Vekselberg auf den Plan, der sein Veto einlegte. Seine Gesellschaft Lamesa hält Züblin mittlerweile Darlehen zu, auch für ein geplantes Rückkaufangebot einer Obligation.

Keine Dividende und viel Verlust

Belastend ist auch die tiefe Eigenkapitalquote, die Züblin zum Halbjahresabschluss im November mit 14,9 Prozent angab. Eine Dividende gibt es bei den Zürchern derzeit nicht. Und: Die zuletzt vorgelegten Zahlen sind nicht ermutigend.

Der Immoilienpark war lange zu hoch bewertet, und für neu renovierte Gebäude in Paris findet Züblin nur schlecht Mieter. Mieten mussten zudem Teil gesenkt werden. Die nun tiefer angesetzten Bewertungen bliesen den Verlust im ersten Semster des Geschäftsjahres 2014/15 von 15 auf 118,2 Millionen Franken auf. Am 13. Mai legt Züblin die Zahlen zum gesamten Geschäftsjahr vor.