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Zündet Meyer Burger die nächste Stufe?

Der Aktienkurs des Thuner Solarzulieferers Meyer Burger ist in den letzten Wochen in die Höhe geschossen. Ein Selbstläufer ist der Titel jedoch nicht.
09.01.2014 12:37
Von Pascal Meisser
Der aufgehellte Himmel bei Meyer Burger wirkt trügerisch.
Der aufgehellte Himmel bei Meyer Burger wirkt trügerisch.
Bild: cash

Kaum eine Aktie an der Schweizer Börse ist in diesen Tagen derart beliebt wie die von Meyer Burger. Der Titel des Thuner Solarzulieferers steigt unaufhörlich – am Donnerstag beträgt das Plus über drei Prozent. Alleine in den letzten drei Wochen ist die Aktie um fast 40 Prozent gestiegen. Übertroffen wird diese Performance lediglich vom Biotech-Unternehmen Evolva.

Der Startschuss zu dieser Kursrally ist am vergangenen 17. Dezember gefallen – kurz nach dem Auslaufen eines grösseren Verkaufsauftrags. Möglicherweise trennte sich in dieser Zeit der ehemalige Grossaktionär Generation Investments von seinen Meyer-Burger-Aktien.

Liquidität vorerst sicher gestellt

Selbst die Gewinnwarnung vom 19. Dezember konnte die Aufwärtsbewegung nicht stoppen. Anstelle des prognostizierten Verlusts von 129 Millionen Franken soll er nun zwischen 170 und 190 Millionen Franken zu liegen kommen. Trotzdem ist die Liquiditätssituation des Unternehmens dank Vorabzahlungen vorerst gesichert. Eine neuerliche Kapitalerhöhung ist somit kein Thema mehr.

Seit letztem Herbst hat sich der Markt für die Solarbranche etwas aufgehellt. Die meisten amerikanischen und chinesischen Solaraktien haben sich deutlich von ihren Tiefkursen distanziert. Auch für Silizium, den wichtigen Rohstoff für die Herstellung von Solarpanels, werden steigende Preise prognostiziert.

«Panikartige Deckungskäufe»

Beschleunigt wurde die Aufwärtsbewegung zudem von "panikartigen Deckungskäufen aus dem Lager der Baissiers", wie aus Handelskreisen zu erfahren ist. Der so genannte Short Interest – der Anteil der leer verkauften Aktien an der Gesamtzahl der Titel – ist auf nun mehr drei Prozent gesunken. Noch im letzten Jahr lag dieser bei 17 Prozent.

Für einen weiteren Anstieg des Titels wird die Luft nun aber fortlaufend dünner. Das aktuelle Kurs- und Bewertungsniveau nimmt bereits einen Jahresumsatz von 600 bis 700 Millionen Franken vorweg. Das entspricht dem Niveau von 2012, als Meyer Burger noch einen Umsatz von 645 Millionen Franken erzielte. Aktuell ist man aber noch weit davon entfernt. Für 2013 wird mit einem Umsatzeinbruch auf 200 Millionen Franken gerechnet.

Lage bleibt anspruchsvoll

Aus fundamentalen Gründen spricht deshalb wenig dafür, auf dem aktuellen Niveau mit der Kursrakete mitzufliegen. Die Ausgangslage für Meyer Burger wird auch in den kommenden Monaten anspruchsvoll bleiben, zumal der Auftragseingang weiterhin von kleinen Aufträgen dominiert wird. Die grossen zwei- bis dreistelligen Millionenbestellungen bleiben weiterhin aus.

Wer dennoch das Solar-Thema spielen will, muss bei Meyer Burger grössere Kursschwankungen verkraften können - oder stattdessen einen diversifizierten Solarfonds kaufen.