Zurich-Aktien steigen mit neuen Mittelfristzielen auf Jahreshoch

Die Zurich-Aktien sind am Donnerstagmorgen gesucht, nachdem im Vorfeld eines Investorentreffens neue Mittelfristziele veröffentlicht wurden. Dabei gab das Management unter anderem ein Dividendenversprechen ab.
17.11.2016 10:45
Verhilft der Aktie mit einem Dividendenversprechen zu einem Jahreshoch: Zurich-CEO Mario Greco.
Verhilft der Aktie mit einem Dividendenversprechen zu einem Jahreshoch: Zurich-CEO Mario Greco.
Bild: ZVG

Die Ausschüttung soll nicht - wie am Markt teilweise befürchtet - gekürzt, sondern über die Jahre erhöht werden. Dies wirft bei Analysten jedoch auch Fragen auf.

Die Zurich-Papiere notieren kurz um 10.45 Uhr 2,8% höher bei 270 Franken und damit auf einem neuen Jahreshoch. Die Jahresbilanz ist somit mit gut 4% deutlich verbessert. Die gehandelten Volumina sind am Berichtstag überdurchschnittlich. Der SMI steht gleichzeitig mit 0,5% im Plus.

"Die heutigen Ankündigungen sind klar als positiv zu werten, insbesondere auch die Aussagen zur Dividende", schreibt der Analyst der ZKB in einer ersten Einschätzung. Das Management will weiterhin mindestens 17 Franken pro Aktie ausschütten, wie es vorbörslich bekannt gab. Bislang habe, was die zukünftigen Ausschüttungen betreffe, Unsicherheit an der Börse geherrscht, so der ZKB-Analyst weiter. Diese sei auch durch "gewisse Aussagen" von CEO Mario Greco im letzten Sommer geschürt worden, die auf eine Reduktion habe schliessen lassen.

Auch bei Jefferies kommt das Dividendenversprechen gut an: Mittelfristig können sich die Experten dieses Instituts nun sogar eine "19+-Franken-Ausschüttung" vorstellen. Auch die UBS sieht Chancen für eine Erhöhung im Jahr 2017 und eher noch im 2018.

Nicht alle stimmen in den Lobgesang ein

Es gibt jedoch auch kritische Stimmen. So bewertet Bernstein die neue Dividendenpolitik als keinen Game-Changer. "Sie bedeutet auch, dass die Dividende pro Aktie nicht wachsen wird", vermutet der zuständige Analyst. Und die "voraussichtlich hohe Ausschüttungsquote von 90% bis 100% in den nächsten Jahren" bewertet er ebenfalls negativ: Es bestehe dadurch eine sehr geringe Flexibilität, um die Gruppe zu entwickeln. Alles in allem erinnere die Ankündigung sehr stark an Aussagen des früheren CEO Martin Senn. Auch er habe die "Payout Ratios" mit Gewinnwachstum senken wollen.

Die anderen Ziele seien "über alles gesehen keine Revolution", heisst es bei Vontobel. Sie seien auf die operationelle Exzellenz und dabei vor allem auf die Kostenseite ausgerichtet, schreibt der zuständige Experte. Demgegenüber bleibe noch unklar, welche Schritte die Zurich auf der Underwriting-Seite beim Zeichnen von Versicherungsgeschäft tätigen werde und ob allenfalls Geschäftsteile abgestossen oder Wachstumsinitiativen angegangen würden. Auch die UBS bleibt in ihrer Einschätzung zurückhaltend und befürchtet mögliche Umsetzungsprobleme.

Die Bernstein-Experten sind auch bei den bekanntgegebenen Sparplänen kritisch. Das überraschend hohe Ziel werfe die Frage auf, ob die Zurich weniger in neue Technologien investieren wolle als die Konkurrenz, so das Urteil des Experten. Rundum zufrieden ist hingegen auch bei diesem Punkt die ZKB: "Die neue Vorgabe ist mehr, als an der Börse vielfach erwartet wurde", heisst es hier.

Die ZKB bleibt bei ihrer Einstufung "Übergewichten", Jefferies, UBS und Vontobel bei "Neutral" rsp. "Hold", Bernstein bei "Underperform".

(AWP)