Zürich nicht mehr teuerste Stadt für Mitarbeiter aus dem Ausland

Tokio hat den Titel der teuersten Stadt für im Ausland lebende Mitarbeiter erstmals seit 2012 zurückerobert - nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass der Yen gestiegen ist.
17.12.2016 08:49
Der Rennweg in Zürich.
Der Rennweg in Zürich.
Bild: Zurich Tourismus

Auf Rang eins befindet sich damit nicht mehr Zürich. Die Zwingli-Stadt ist aktuell die Nummer drei. Auch das Leben in Genf ist wohl etwas günstiger geworden, hier ging es vom zweiten auf den vierten Platz nach unten.

London ist derweil gar nicht mehr auf der Liste der 100 teuersten Städte zu finden, nachdem das Pfund infolge des Brexit stark an Wert verloren hat.

Im vergangenen Jahr hatte sich die japanische Hauptstadt auf dem 12. Platz befunden. Yokohama und Osaka sind neu in die Top 10 aufgestiegen. Grundlage für die Angaben ist eine Studie von ECA International, die in dieser Woche veröffentlicht wurde und in der die Kosten für im Ausland lebende Personen verglichen werden.

Der Yen ist schuld

"Die relative Stärke des japanischen Yen im Erhebungszeitraum hat alle japanische Städte im Ranking über Hongkong steigen lassen", sagt Lee Quane, regionaler Direktor für Asien bei ECA. Hongkong fiel vom neunten auf den elften Rang zurück. "Für Unternehmen, die Mitarbeiter nach Japan bringen, werden die Kosten für die Entsendung steigen, weil höhere Zulagen erforderlich sind, um die Kaufkraft des Mitarbeiters aufrechtzuerhalten.“

ECA hatte das Ranking erstmals 2004 erstellt. Die Berechnungen basieren auf Erhebungen zu Lebenshaltungskosten aus März und September. Genutzt wird ein Korb an Waren und Dienstleistungen, von Miete bis hin Stromrechnungen. Der Yen war in den zwölf Monaten bis September um insgesamt 19 Prozent angestiegen – das höchste Plus unter den Währungen der G10-Staaten.

Luanda im ölreichen Angola kletterte im weltweiten Ranking vom fünften auf den zweiten Platz, während es für Manhattan vom 15. Platz auf den 24. Rang abwärts ging. Noch tiefer viel Buenos Aires, das nach dem 21. Platz nun auf dem 77. Rang liegt. Dahinter steht die Entscheidung, der Landeswährung nach den Präsidentenwahlen von 2015 freien Lauf zu lassen.

US-Städte weit hinten

Das britische Pfund verlor derweil in den zwölf Monaten bis September 15 Prozent gegenüber dem Dollar an Wert, was die schlechteste Entwicklung unter den G10-Devisen ist. Wird nur der Zeitraum seit dem 23. Juni, betrachtet, als sich das Land für einen Austritt aus der Europäischen Union (EU) entschied, fällt der Absturz der Währung sogar noch steiler aus.

Singapur ist mit dem 16. Platz in diesem Jahr relativ stabil geblieben. Das dürfte zum Teil auch daran liegen, dass die ECA-Daten nicht die Aufwendungen für den Autokauf berücksichtigen. Diese sind in dem Stadtstaat höher wegen der Kosten für die Genehmigungen, die notwendig sind, um einen Wagen sein Eigen nennen zu können.

Grundsätzlich positiver sind die Nachrichten für Ausländer, die in vielen US-Städten leben. St. Louis, Baltimore, Minneapolis, Phoenix, Atlanta und Denver finden sich im Ranking im 90er-Bereich. Das kanadische Vancouver rückte auf den 100. Platz vor.

(Bloomberg)