Zurich-Sachversicherung in der Kritik

Vom Jahresergebnis des Zurich-Versicherungskonzerns zeigen sich die Experten eher enttäuscht. Die Börse ebenfalls: Die Aktie fällt um 3,4 Prozent.
12.02.2015 09:56
Von Marc Forster
Im Sachgeschäft liegt die Zurich unter den Erwartungen: Konzernchef Martin Senn. Die Aktie fällt um 2,91 Prozent.

In der Kritik steht das Nichtlebengeschäft, an das die Analysten höhere Erwartungen gestellt hatten. Die Combined Ratio, welche die Schadenleistungen und internen Kosten mit den Prämieneinnahmen vergleicht, verbesserte sich im Gesamtjahr um 0,7 Punkte auf 97,3 Prozent. Der Zürcher Kantonalbank (ZKB) sticht aber ins Auge, dass die Schadenbilanz im vierten Quartal deutlich schlechter geworden ist. In den Monaten Oktober bis Dezember stieg das Schaden-Kosten-Verhältnis auf 99,4 Prozent, was das reine Sachversicherungsgeschäft noch knapp profitabel dastehen lässt. Die ZKB hat für das Schlussquartal 95 Prozent erwartet.

Auch die Bruttoprämien und das Betriebsresultat (BOP) im Nichtlebengeschäft liegen unter den Prognosen des ZKB-Analysten. Das Urteil über die Gesamtsituation fällt aber etwas milder aus: "Insgesamt kann zum Viertquartals-Abschluss ein solides Kennzahlenset ausgeweisen werden, das die Erwartungen jedoch nicht ganz erfüllt. Die UBS sieht den Grund für die verhaltene operative Leistung des weltumspannenden Konzerns ebenfalls im Schadengeschäft.

Baader Helvea schreibt das durchwachsene Ergebnis ebenfalls hauptsächlich der Sparte General Insurance zu. Positiv vermerken die Analysten die Fortschritte beim US-Genossenschaftsversicherer Farmers, für den die Zurich das Management stellt. Die cash-Generierung sowie die Kapitalausstattung (Swiss Solvency Test: Quote Mitte 2014 bei 215 Prozent) und die Dividende seien solide.

Enttäuschung wegen gleichbleibender Dividende?

Mit einer Dividende von 17 Franken behält die Zurich in jedem Falle den Ruf, eine ausschüttungstarke Aktie zu haben. Im Vorfeld der Zahlenpräsentation gab es aber Hoffnungen, die Zurich könnte sich etwas grosszügiger zeigen. Laut der ZKB hatte es auch Spekulationen um Aktienrückkäufe gegeben. Die UBS schreibt: "Die Dividende bleibt im Jahresvergleich konstant, wobei einige eine Erhöhung erwartet hatten. Daher gibt es Raum für ein bisschen Enttäuschung. Die Rendite ist allerdings immer noch bei 5,4 Prozent."

Auch die ZKB schreibt, die Dividendensituation sei "sehr gut". Wegen der hohen Bewertung des Titels sieht die ZKB allerdings kein massgeblichen Kursaufholpotenzial mehr.