Zurich schlägt beim Gewinn die Erwartungen

Der Versicherer Zurich hat im ersten Quartal beim Reingewinn die Prognosen der Analysten übertroffen. Die Aktie legt im frühen Handel leicht zu.
07.05.2015 09:03
Zurich-Logo am Sitz in Zug.
Zurich-Logo am Sitz in Zug.
Bild: cash

Die Zurich Insurance Group weist für das erste Quartal 2015 ein etwas tieferes Ergebnis als noch im Vorjahr aus. Mitverantwortlich für den Rückgang war etwa der starke US-Dollar. Zudem profitierte die Zurich im Vorjahr von einmaligen Pensionsgewinnen.

Wie der Versicherer am Donnerstag mitteilte, sank der operative BOP (Business Operating Profit) im ersten Quartal um 6% auf 1,30 Mrd USD, während der Reingewinn sich um 4% auf 1,22 Mrd verschlechterte. CFO George Quinn bezeichnet das Ergebnis als "befriedigend", wobei die Rentabilität um Wechselkursbewegungen bereinigt ungefähr auf dem Vorjahr liege. In Lokalwährungen wäre der BOP um 2% gesunken und der Reingewinn unverändert geblieben. Die Vorgaben der Analysten übertraf die Zurich.

Die Aktie von Zurich steigt im frühen Handel am Donnerstag um 0,4 Prozent.

Rückläufig war der BOP vor allem in der Schadenversicherung (General Insurance). Dort sank er um 20% auf 706 Mio USD. Allerdings hatten im Vorjahr Einmaleffekte aus Pensionsverpflichtungen das Ergebnis der Sparte mit rund 130 Mio begünstigt. Im Lebengeschäft (Global Life) blieb der BOP unverändert bei 319 Mio, stieg jedoch in Lokalwährungen um 13%.

Die Combined Ratio verschlechterte sich in den Monaten Januar bis März in der Sparte General Insurance um 0,8 Prozentpunkte auf 96,7%. Dabei belasteten Katastrophenschäden den Wert im 2015 mit 1,4 Prozentpunkten weniger stark als im Vorjahr (1,9 Punkte). Im Gegenzug wurden etwas weniger Reserven für Geschäft aus früheren Jahren aufgelöst: Dies machte 1,5 Punkte aus nach 1,8 Stellen in der Vorjahresperiode.

Der BOP von Farmers fiel um 6% auf 391 Mio USD. Gründe hierfür seien der geringfügige Anstieg der Managementgebühren von Farmers Management Services sowie rückläufige Kapitalerträge und die sinkende Anteilsquote des Quotenrückversicherungsvertrags bei Farmers Re gewesen, heisst es.

Nettorendite wie im Vorjahr

Im nicht zum Kerngeschäft gehörenden Teil, der mit dem Ziel der Risikominderung und Kapitalfreisetzung verwaltet wird, resultierte ein Betriebsgewinn von 25 Mio nach einem Verlust von 61 Mio. Im Segment Other Operating Businesses reduzierte sich der Betriebsverlust des Holding- und Financing-Geschäfts um 26 Mio auf 146 Mio USD.

Das Geschäftsvolumen der Zurich Gruppe ging im ersten Quartal um 3% auf 18,7 Mrd zurück. In Lokalwährungen resultierte jedoch ein Plus von 5%. Besonders stark wuchs die Zurich in den Wachstumsmärkten (+12% in LW), aber auch das Geschäft mit Grosskunden, Global Corporate, legte mit 10% deutlich zu. Die Prämiensätze konnten gruppenweit um 2% angehoben werden.

In der Sparte General Insurance gingen die Bruttoprämien und Policengebühren um 5% auf 10,1 Mrd USD zurück, sie verzeichneten jedoch in Lokalwährung einen Anstieg von 5%. In Global Life erhöhte sich das Geschäftsvolumen um 5% auf 7,4 Mrd, wobei das währungsbereinigte Wachstum sich gar auf 21% belief. Der Wert des Neugeschäfts bildete sich jedoch um 15% zurück während die Neugeschäftsmarge noch mit 19,2% (VJ 24,4%) angegeben wird.

Mit den Kapitalanlagen erwirtschaftet die Zurich im ersten Quartal nicht annualisiert eine Nettorendite wie im Vorjahr von 1,0%. Die Gesamtanlagerendite belief sich auf 2,6% nach 2,5%. Das Eigenkapital wird mit 35,4 Mrd USD angegeben nach 34,7 Mrd Ende Dezember.

Der SST-Quotient steht per 1. Januar mit 196% immer noch auf einem hohen Niveau, allerdings hatte sie im Jahr davor 215% betragen. Nach dem internen Z-ECM-Kapitalmodell ergibt sich eine Quote von 122% nach zuvor 126%.

Effizienz steigern

Im Ausblick gibt der Versicherer wenig Preis. Die Zurich lege gruppenweit ein besonderes Schwergewicht auf die Steigerung der Effizienz und die Turnaround-Geschäftsbereiche, so Quinn. "Wir werden an unserem Investorentag am 21. Mai über den aktuellen Stand der Umsetzung unserer Strategie informieren."

In General Insurance werde das verlängerte Vertriebsabkommen in Brasilien im ersten Jahr nach Abschluss, also 2015, noch eine Belastung von 50 Mio USD mit sich bringen, ehe es anschliessend zur Profitabilität beitrage. In Global Life werde die Zurich derweil künftig von den eingeleiteten Management-Initiativen profitieren, heisst es weiter.