Zurich wirbt Swiss Re den Finanzchef ab

Vier Monate nach dem Suizid seines Finanzchefs hat der Versicherer Zurich einen Nachfolger gefunden - ausgerechnet beim Branchennachbarn Swiss Re.
17.12.2013 05:57
Swiss-Re-Finanzchef George Quinn wechselt zu Zurich Insurance Group.
Swiss-Re-Finanzchef George Quinn wechselt zu Zurich Insurance Group.
Bild: www.swissre.com

George Quinn, bislang in selber Funktion bei Swiss Re, soll den Posten im Mai übernehmen, wie die beiden Unternehmen am Montag mitteilten. Er tritt die Nachfolge von Pierre Wauthier an. Dessen Suizid im August und der anschliessende Rücktritt von Präsident Josef Ackermann hatten Zurich erschüttert. Wauthier hatte in einem Abschiedsbrief dem ehemaligen Deutsche Bank-Chef Ackermann vorgeworfen, ihn unter Druck gesetzt zu haben. Ackermann wies ein Mitverantwortung für Wauthiers Tod von sich. Entlastet wurde er von einer Untersuchung, die die Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA angeordnet hatte.

Der Firmensitz von Quinns neuem Arbeitgeber ist nur wenige Schritte entfernt von seinem bisherigen Arbeitsort am noblen Zürichseeufer. "Ein Wechsel nach so langer Zeit ist vermutlich immer mit etwas gemischten Gefühlen verbunden, insbesondere da ich äusserst gerne bei der Swiss Re gearbeitet habe", erklärte Quinn.

Seit sechs Jahren Finanzchef von Swiss Re

Der 47-jährige Brite arbeitet seit 1999 für Swiss Re und ist seit 2007 Finanzchef des zweitgrössten Rückversicherers. Er prägte unter anderem die Neuordnung des Konzerns entscheidend mit. "Der Verwaltungsrat bedauert George Quinns Entscheid sehr, Swiss Re nach 14 erfolgreichen Jahren zu verlassen", erklärte Verwaltungsratspräsident Walter Kielholz. Quinn werde noch die Jahresbilanz von Swiss Re 2013 abschliessen, sagte ein Sprecher des Konzerns.

Zurich-Chef Martin Senn erklärte: "Mit seinem Erfolgsausweis als Chief Financial Officer ist George bestens positioniert, einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der strategischen Unternehmensziele zu leisten und zu helfen, das Unternehmen einen wesentlichen Schritt voranzubringen."

Der Konzern hatte wegen des niedrigen Zinsniveaus sein Renditeziel zurückgeschraubt. Den Aktionären versprach Senn allerdings, weiterhin attraktive Dividenden zu zahlen.

(Reuters)