Zykliker und Bankaktien hieven Schweizer Börse hoch

Die Kurse an der Schweizer Börse haben am Dienstag auf breiter Front zugelegt. Gute Vorgaben aus dem Ausland und der festere Dollar ermutigten Händlern zufolge die Anleger, bei den Dividendenpapieren zuzugreifen.
04.10.2016 17:30
Schild am Zürcher Paradeplatz, dem symbolischen Schweizer Finanzzentrum.
Schild am Zürcher Paradeplatz, dem symbolischen Schweizer Finanzzentrum.
Bild: cash

Zudem sorgte die Erholung der Aktien der Deutschen Bank für Erleichterung am Markt. Der SMI legte 0,8 Prozent auf 8230 Punkte zu. Am Montag hatte der Leitindex um 0,3 Prozent höher geschlossen.

Die Anleger richteten ihr Augenmerk auf ABB. Die Aktien erholten sich von einem schwächeren Start und stiegen um 1,4 Prozent. Der Elektrotechnikkonzern widersetzt sich den Forderungen eines Grossaktionärs nach einer Aufspaltung des Unternehmens und behält die Stromnetzsparte. ABB kündigte auf einer Analystenveranstaltung ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu drei Milliarden Dollar an. Zudem will der Konzern aus Zürich an der Kostenschraube drehen und den Aktienkurs in die Höhe schrauben. Börsianer bezeichneten es als positiv, dass ABB die Konzernziele bestätigt habe und die Anleger mit einem Rückkaufprogramm bei Laune halten wolle.

Anleger schielen auf die Deutsche Bank

Weiter gespannt verfolgten die Marktteilnehmer die Entwicklung bei der Deutschen Bank, deren Aktienkurs um 1,5 Prozent stieg. "Der Kurs der Deutschen gibt die Marschrichtung im Sektor vor", sagte ein Händler. Im potenziell sehr teuren Streit mit den US-Behörden um faule Hypothekenpapiere gibt es Finanzkreisen zufolge zwar weiter keinen Durchbruch. Demnach tüfteln Anwälte auf beiden Seiten noch immer an einem Vergleich. Bankchef John Cryan ist in dieser Woche aber in den USA, um dort unter anderem an der Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) teilzunehmen. Branchenkenner erwarten, dass Cryan am Rande des hochrangig besetzten Treffens auch Gespräche über den Hypothekenstreit führen wird. Die Bank selbst äussert sich dazu nicht.

Nach Ansicht von Händler dürften auch die Aussagen des Chefs der US-Grossbank JP Morgan, Jamie Dimon, dem Sektor geholfen haben. Dimon sagte dem TV-Sender CNBC, er sehe keinen Grund, weshalb die Deutsche Bank ihre Probleme nicht überstehen könne. Die Aktien der Credit Suisse stiegen um 2,8 Prozent und die der UBS zogen 1,6 Prozent an. "Manche Marktteilnehmer stellen auch einfach ihre Baissepositionen glatt", sagte ein Händler.

Zykliker gefragt

Gefragt waren zyklische Werte. Händler verwiesen auf den anziehenden Dollar, der mithelfe, die Absatzaussichten für die stark auf Exporte ausgerichteten Industriefirmen zu verbessern. Die US-Devise profitierte nach unerwartet guten US-Industriedaten von Spekulationen auf eine näher rückende Zinserhöhung. Zudem seien die jüngsten in- und ausländischen Konjunkturzahlen meist positiv ausgefallen.

An die Spitze der Zykliker setzten sich die Anteile von Adecco mit einem Plus von 3,8 Prozent. Der Personalvermittler übernimmt die US-Firma D4 mit einem Umsatz von rund 30 Millionen Dollar. Analysten begrüssten den Schritt als sinnvolle Abrundungsakquisition. "Der ganze Sektor liegt gut im Markt", sagte ein Händler. Auch die Aktien des niederländischen Konkurrenten Randstad und des britischen Mitbewerbers Hays rückten kräftig vor.

Die Anteile von SGS stiegen um 2,1 Prozent. Eine Kaufempfehlung von Jefferies für den britischen Rivalen Intertek schob auch die Titel des Schweizer Prüfkonzerns an, hiess es.

Der anziehende Ölpreis verhalf den Aktien von Sulzer zu einem Kursplus von 1,6 Prozent.

Gefragt waren auch die Anteile der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch mit 2,2 und 1,1 Prozent Kurszuwachs.

Bei den Index-Schwergewichten stützte Pharmawert Novartis den Markt mit 0,9 Prozent Anstieg den SMI merklich. Auch die Anteile von Rivale Roche und die Aktien des Lebensmittelkonzerns Nestle waren leicht höher.

Am breiten Markt drückten Gewinnmitnahmen die Anteile von Temenos 2,6 Prozent ins Minus. Die Aktien der Banksoftware-Firma waren am Montag nach Bekanntgabe eines Auftrags der Bank of Ireland auf ein Rekordhoch gestiegen.

(Reuters)