Zykliker und Banken führen Schweizer Börse nach oben

Die Schweizer Börse hat am Dienstag im Verlauf die Gewinne ausgebaut. Unerwartet gute Firmenergebnisse aus den USA ermutigten die Anleger zu Käufen vor allem von zyklischen Titeln und Bankaktien.
18.10.2016 17:30
Ampel bei der Schweizer Börse in Zürich zeigt grün: Die Kurse ziehen an.
Ampel bei der Schweizer Börse in Zürich zeigt grün: Die Kurse ziehen an.
Bild: cash

Die Zins- und Konjunktursorgen am Vortag seien wohl etwas übertrieben gewesen. Daher sei es zu einer technischen Erholung von den Vortagesverlusten gekommen. Der SMI stieg um 0,9 Prozent auf 8075 Zähler. Damit wetzte der Leitindex die Scharte vom Montag von 1,1 Prozent praktisch wieder aus.

Die Marktteilnehmer warteten auf Neuigkeiten der Zentralbanken und die zahlreichen Firmenergebnisse. "Daran orientieren sich die Anleger und reagieren sofort, wenn ihre Erwartungen nicht erfüllt oder übertroffen werden", erklärte ein Händler.

Dabei gilt das Hauptaugenmerk derzeit der Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag. Es würden zwar keine Änderungen der Geldpolitik erwartet. "Aber EZB-Chef Mario Draghi dürfte Signale über den weiteren Weg aussenden", sagte ein Händler.

Die US-Inflationsrate stieg im September mit 1,5 Prozent wie erwartet. Damit öffne sich die Türe für eine Zinserhöhung der US-Notenbank im Dezember etwas weiter, sagte Thomas Gitzel von der VP Bank in Liechtenstein.

Goldman Sachs legt vor

Goldman Sachs übertraf die Markterwartungen. Die weltgrösste Investmentbank legte im dritten Quartal einen Gewinnsprung von knapp 60 Prozent hin. Dies machte den Anlegern Appetit auf andere Bankaktien. Credit Suisse stiegen um 1,9 Prozent und UBS gewannen 1,4 Prozent. An den vergangenen Tagen hatten bereits andere US-Rivalen gute Quartalsberichte veröffentlicht. Die weckte bei den Anlegern die Hoffnung, dass die Schweizer Grossbanken besser als erwartet abschneiden könnten. Die Assekuranzwerte legten mehrheitlich zu.

Die Aktie von Kühne+Nagel büsste 2,6 Prozent ein. Der Spediteur verfehlte mit seinem Quartalsbericht die Analystenerwartungen. Der Gewinn ging mit 4,8 Prozent stärker als erwartet auf 177 Millionen Franken zurück. Erwartet waren 188 Millionen Franken. Die Papiere von Konkurrent Panalpina stiegen dagegen um 0,5 Prozent.

Die Aktie des Prüfkonzerns SGS reagierte mit einem Kursabschlag von 0,3 Prozent auf die Gewinnwarnung des französischen Konkurrenten Bureau Veritas.

Dagegen perlten enttäuschende Ergebnisse der britischen Luxusmodefirma Burberry am Aktienkurs von Richemont ab. Richemont legten um 2 Prozent zu. Die Anteile von Swatch legten leicht zu. Burberry sackten in London nach Gewinnmitnahmen um 7,5 Prozent ab.

Kaum Einfluss hatte das Ergebnis des französische Milchverarbeiters Danone, der im dritten Quartal wegen einer geringeren Nachfrage in China langsamer gewachsen ist. Danone bestätigte trotzdem seine Ziele und die Aktie erholte sich. Die Aktien der Schweizer Mitbewerber Nestle und Hochdorf legten zu und Emmi waren unverändert.

Novartis gefragt

Bei den als krisenresistent geltenden Pharma-Schwergewichten legten Novartis 0,9 Prozent zu, während Rivale Roche mit plus 0,4 Prozent hinterherhinkten. Actelion stiegen um 1,8 Prozent. Roche und der Biotechkonzern werden am Donnerstag den Zwischenbericht abliefern. Actelion sucht einen Partner für den oralen Malariawirkstoff ACT-451840. Mehrere wissenschaftliche Berichte hätten das Interesse neu belebt. Actelion führe derzeit Gespräche, um einen Partner mit den entsprechenden Erfahrungen und Ressourcen zu finden und den Patienten den Zugang zu dieser Therapie zu eröffnen. Der Wirkstoff sei noch in einer sehr frühen Phase. "Wir haben den Wirkstoff noch nicht in unseren Schätzungen berücksichtigt", schrieb die ZKB.

Bei den zyklischen Firmen fielen die Aktien von LafargeHolcim mit einem Kursplus von 3,3 Prozent auf. ABB, Adecco, Clariant und Geberit gewannen weniger als ein Prozent.

(Reuters)