Zykliker und Banken halten Schweizer Börse im Plus

Kräftige Kursgewinne bei Finanzinstituten und zyklischen Werten haben der Schweizer Börse am Dienstag Auftrieb verliehen.
12.07.2016 17:40
Tagessieger im SMI am Dienstag: Die Adecco-Aktie legt über 4 Prozent zu.
Tagessieger im SMI am Dienstag: Die Adecco-Aktie legt über 4 Prozent zu.
Bild: Bloomberg

Der SMI legt 0,31 Prozent auf 8142 Punkte zu und notiert damit den vierten Tag hintereinander fester. Besser als erwartete Ergebnisse des deutschen Autokonzerns Daimler und des US-Aluminiumkonzerns Alcoa stimmten Anleger optimistisch und trieben Industriewerte an. Der Quartalsbericht von Alcoa gilt als Startschuss für die US-Bilanzsaison. Die Hoffnung auf eine Lösung der Krise im italienischen Bankensektor verhalf den Finanzwerten zu Kursgewinnen. Zudem hofften die Anleger auf weitere Konjunkturhilfen der Notenbanken.

An die Spitze des Standardwerteindex setzen sich die Aktien von Adecco mit plus 4,1 Prozent. Die Papiere des Personalvermittlers gelten als frühzyklisch und haben im laufenden Jahr einen Viertel ihres Werts eingebüsst.

Ebenfalls weit vorne zu finden sind die arg gebeutelten Anteile von Lafarge-Holcim mit einem Kursgewinn von 2,5 Prozent. HSBC hat die Empfehlung auf "Hold" von "Reduce" angehoben.

Gefragte Luxusgütertitel

Die Papiere von Richemont und Swatch legen ebenfalls kräftig zu. Die Luxusgüterhersteller haben überdurchschnittlich viel an Wert verloren. "Möglicherweise spekulieren einige Marktteilnehmer, dass Swatch die Markterwartungen übertreffen könnte und stellen ihre Baisse-Positionen glatt", sagt ein Händler. Swatch wird in den kommenden Tagen den Halbjahresbericht veröffentlichen. Das genaue Datum gibt der Uhrenkonzern nicht bekannt. Analysten tippen auf Freitag oder Anfang kommender Woche.

Damit kommt die Bilanzsaison in der Schweiz allmählich in Fahrt. Die Aktien von DKSH sind am Tag vor der Veröffentlichung des Halbjahresberichts gehalten.

Am Freitag werden die Halbjahreszahlen von Ems-Chemie erwartet. Am Montag stehen zudem die Ergebnisse von Givaudan und SGS auf dem Programm.

Die Hoffnung auf eine Lösung in der italienischen Bankenkrise hebt die Titel der Banken Credit Suisse, UBS und Julius Bär um 2 bis 3 Prozent.

Gefragt waren auch Versicherungen wie die Papiere von Swiss Life, Swiss Re und Zurich. Sie gewinnen bis zu 2 Prozent.

Defensive Schwergewichte als Bremser

Die Anteilscheine der als krisensicher geltenden Schwergewichte aus der Pharmabranche Novartis und Roche sinken um 0,8 und 0,2 Prozent. Der Lebensmitteltitel Nestlé ist gehalten. Nestlé hatte am Vortag ein Rekordhoch markiert. "Die Anleger gehen wieder höhere Wetten ein und das geht zulasten der defensiven Titel", sagt ein Händler. Darunter litten mit den Aktien von Emmi, Lindt & Sprüngli und Bell noch andere Nahrungsmittelhersteller.

Am breiten Markt fallen die Aktien von Santhera mit einem Kursgewinn von 6,8 Prozent auf. Kepler Cheuvreux hat die Abdeckung der Pharmafirma mit dem Rating "Buy" gestartet.

Die Papiere der Autozulieferer steigen im Sog des guten Daimler-Ergebnisses: Autoneum, Feintool und Adval Tech ziehen kräftig an. Der Verkauf eines Teilbereichs sorgte bei Adval Tech für zusätzlichen Rückenwind mit einem Kurssprung von fast 13 Prozent. Der Erlös soll zur Schuldentilgung verwendet werden.

Die Aktien des Computerzubehörherstellers Logitech ziehen um 2,5 Prozent an. Die weltweiten Auslieferungen von PC seien stärker als erwartet ausgefallen, sagt ein Händler.

Leonteq steigen um 4,6 Prozent. Der als aktivistisch geltende Fonds Veraison hat die Beteiligung an der Derivatboutique auf gut fünf von 3,22 Prozent erhöht. Leonteq haben nach einem wahren Höhenflug vor knapp einem Jahr massiv an Wert verloren.

(Reuters)