Zyklische Werte lassen SMI steigen

Die Schweizer Börse ist mit kräftigen Kursgewinnen in die neue Woche gestartet. Ein Kurssprung von mehr als sieben Prozent in Japan liess die Anleger nach den seit einiger Zeit geprügelten Beteiligungspapieren greifen.
15.02.2016 17:30
Die Aktien von LafargeHolcim waren am Montag gesucht.
Die Aktien von LafargeHolcim waren am Montag gesucht.
Bild: Bloomberg

Im Verlauf lösten die Aktien zyklischer Firmen die Banken an der Spitze des Leitindex ab. Der SMI legte um 2,5 Prozent auf 7848 Punkte zu. Am Freitag hatte der Leitindex zwei Prozent gewonnen.

Das Geschäft verlief in eher ruhigen Bahnen. Das lag unter anderem am US-Feiertag Presidents Day, an dem der Handel an der Wall Street geschlossen blieb. Händler sprachen von einer technischen Gegenbewegung, wie sie nach kräftigen Rückschlägen vorkomme. "Die Märkte sind überverkauft", schrieb die Zürcher Kantonalbank (ZKB) in ihrem täglichen Marktkommentar.

Wie weit die Erholung gehe, sei ungewiss. "Das einzig gewisse ist, dass die Märkte volatil bleiben", sagte ein Händler.

Nach Ansicht der Bantleon Bank gibt es aber keine Gründe für Depressionen an den Börsen. "Unser Makroausblick ist weder pessimistisch noch depressiv", schrieb Chefstratege Harald Preissler. Nach einer technischen Bodenbildung im ersten Quartal dürften die Aktienmärkte im zweiten Quartal in eine fundamental gestützte Aufwärtsbewegung übergehen. "In den Sommermonaten könnten die meisten Indizes sogar neue Jahreshöchststände erreichen", schrieb der Bantleon-Chefökonom.

In den kommenden Wochen dürfte auch der Dividendensegen, den die Schweizer Firmen an ihre Eigner zahlen werden, den Markt stützen. Als einer der ersten Grosskonzerne wird Novartis Ende Februar die Ausschüttung vornehmen. "Man spricht von fast 40 Milliarden Franken Dividenden, die die 20 SMI-Titel ausschütten sollen", sagte ein Händler. Wenn nur ein Teil davon wieder in den Markt zurückfliesse, sei dies eine gute Stütze, hiess es.

Zykliker legen zu

Die stärksten Gewinne verzeichneten Titel von zyklischen Firmen wie LafargeHolcim, Geberit, Swatch, Adecco und Richemont mit Kursanstiegen zwischen 3,5 und 4,6 Prozent und mehr. Sie waren zuletzt unter die Räder geraten.

Dem LafargeHolcim-Aktienkurs dürfte der Positionsaufbau von Harris Associates geholfen haben. Der Grossanleger hat ein dreiprozentiges Aktienpaket gekauft. Das US-Fondshaus war bereits Grossaktionär bei Holcim, bevor es Titel in Zusammenhang mit der Fusion von Holcim und Lafarge verkauft hatte.

Die Bankaktien, die zuletzt am stärksten verloren hatten, waren europaweit im Aufwind. Der Branchenindex zog um rund 3,5 Prozent an. Die Papiere konnten die Höchstwerte aber nicht ganz halten. Von einem frühen Kursplus von sieben Prozent blieben bei den Anteilen von Credit Suisse 2,7 Prozent. Die Titel der UBS stiegen um 2,1  Prozent und die Papiere der Bank Julius Bär legten 3,4 Prozent zu.

Die Titel der Bank Vontobel gewannen 5,7 Prozent. Der Broker Helvea hob die Empfehlung für Vontobel auf "Buy" von "Hold" an. Credit Suisse hob die Empfehlung auf "Neutral" von "Underweight" an.

Die Anteile von Leonteq schnellten 8,6 Prozent nach oben. Die Derivat-Boutique hatte in den vergangenen Monaten massiv an Wert verloren.

Pharmawerte stützen

Stützen des Marktes waren die Anteile der Pharma-Schwergewichte Novartis und Roche. Sie waren 1,8 und 2,4 Prozent im Plus. Die Titel von Nestle gewannen ebenfalls 2,4 Prozent. Der Lebensmittelriese legt am Donnerstag den Jahresbericht vor.

Deutliche Kurszuwächse verzeichneten auch Aktien von Biotechnologiefirmen wie Basilea, Santhera, Newron und BB Biotech. Sie hatten im Fahrwasser der Kursverluste der US-Biotechtitel seit Jahresanfang ebenfalls kräftig Federn lassen müssen. Der Nasdaq-Biotechindex hat in dieser Zeit rund 30 Prozent an Wert verloren.

(Reuters)