Trauerfeier für in Berlin getöteten polnischen Camionchauffeur

Der bei dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt getötete polnische Lastwagenfahrer ist am Freitag in seinem Heimatdorf Banie bei Stettin beigesetzt worden. Landesweit blieben zu Beginn der Gedenkmesse hunderte Lastwagen stehen und hupten.
30.12.2016 15:14

An den Trauerfeierlichkeiten nahmen auch Polens Präsident Andrzej Duda sowie Vertreter der polnischen Regierung und Deutschlands teil. Über 100 Lastwagenfahrer wollten anschliessend mit einem Konvoi nach Banie dem Opfer und seiner Familie ihre Anteilnahme bezeugen.

Ein britischer Lastwagenfahrer sammelte für die Witwe seines 37-jährigen Kollegen und deren 17-jährigen Sohn mehr als 200'000 Euro. Polnische Lastwagenfahrer starteten eine ähnliche Spendenaktion. Die Bestattungskosten übernahm der polnische Staat. Der Weihbischof in Stettin-Cammin, Henryk Wejman, erwähnte in seiner Predigt die Grossherzigkeit des Verstorbenen.

Der Pole war der registrierte Fahrer des Lastwagens, mit dem der mutmassliche Attentäter Anis Amri am 19. Dezember in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin gerast war und elf Menschen getötet hatte. Der Pole wurde nach dem Anschlag tot auf dem Beifahrersitz gefunden. Er war vermutlich vor dem Anschlag von Attentäter erschossen worden.

Zwischenzeitlich war spekuliert worden, der polnische Chauffeur könnte dem Attentäter ins Lenkrad gegriffen und damit Schlimmeres verhindert haben. Nach neuesten Erkenntnissen wurde der Lastwagen jedoch durch ein automatisches Bremssystem gestoppt. Amri wurde in der Nacht zum 23. Dezember bei Mailand von der italienischen Polizei erschossen.

(SDA)