Türkische Soldaten bei russischem Luftschlag in Syrien getötet

Die russische Luftwaffe hat nach Angaben der türkischen Armee in Nordsyrien versehentlich ein Gebäude mit türkischen Soldaten angegriffen und drei von ihnen getötet. Der Luftschlag vom Donnerstag habe eigentlich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gegolten.
09.02.2017 16:22

Das teilten die türkischen Streitkräfte mit. Elf türkische Soldaten seien verwundet worden, einer davon schwer. Der russische Präsident Wladimir Putin habe seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan seine Trauer über den Vorfall zum Ausdruck gebracht. Die russische Regierung habe von einem "Unfall" gesprochen. Beide Seiten untersuchten den Vorfall.

Die türkische Armee belagert seit Wochen die syrische Stadt Al-Bab, die von der Terrormiliz IS kontrolliert wird. In den vergangenen Tagen gab es heftige Kämpfe um die Stadt, bei denen bereits zehn türkische Soldaten getötet wurden. Bei ihrer Offensive wird die türkische Armee von der russischen Luftwaffe ebenso wie von der US-geführten Anti-IS-Koalition unterstützt.

Die Regierung in Ankara hatte den USA vorgeworfen, sie bei der Offensive auf Al-Bab im Stich zu lassen. Die USA hatten jedoch entgegnet, dass der Einsatz nicht mit ihnen abgesprochen gewesen sei.

Ankara hatte daher Russland um Unterstützung gebeten. Seit Januar fliegen aber auch Flugzeuge der Anti-IS-Koalition gelegentlich Angriffe auf IS-Stellungen bei der Stadt.

(SDA)