UBS gibt Entwarnung - China-Reisen für Angestellte wieder möglich

Die UBS gibt nach der von den Behörden gestoppten Ausreise einer Angestellten aus China Entwarnung. Die Schweizer Grossbank erlaube ihren Beschäftigten, frei in China ein- und auszureisen, erklärte sie am Dienstag.
23.10.2018 12:18

"Das Geschäft verläuft für uns normal", hiess es in einer Mitteilung der Bank.

Vergangene Woche war eine UBS-Mitarbeiterin von den chinesischen Behörden an der Abreise aus Peking gehindert worden. UBS hatte ihre Mitarbeiter in der Vermögensverwaltung einem Insider zufolge daraufhin aufgefordert, ihre Reisepläne nach China zu überdenken.

Bei der Bankerin handelt es sich dabei um eine in Singapur ansässige Kundenberaterin in der Vermögensverwaltungssparte der Schweizer Bank. Sie wurde angehalten, das Land nicht zu verlassen, um im Lauf dieser Woche Vertreter lokaler Behörden zu treffen. Der Grund dafür sowie ihre Identität sind nicht bekannt.

Der Vorfall sorgte auch bei anderen Banken für hohe Wellen: Institute wie Citigroup, Standard Chartered, BNP Paribas und JP Morgan hatten Mitarbeiter angewiesen, ihre Reisen zu überdenken oder zu verschieben, hatte mehrere mit der Situation vertraute Personen gesagt.

Das Thema ist brisant, weil China zu den wichtigsten Wachstumsmärkten für Vermögensverwalter zählt. In kaum einer anderen Region wächst die Zahl der Millionäre und Milliardäre so rasch - auch dank des boomenden Technologiesektors. Entsprechend gross ist das Interesse vieler westlicher Privatbanken, mit diesen neuen Reichen Geschäft zu machen. Die meisten Institute haben jedoch keine Niederlassungen vor Ort, sondern beraten ihre chinesische Klientel aus Hong Kong oder Singapur. Für informelle Treffen mit ihren Kunden reisen sie jedoch nach China.

UBS erklärte, die Bank sei seit 30 Jahren in China vertreten und wolle das Geschäft in Festland-China weiter ausbauen.

Die grösste Schweizer Bank will künftig 51 Prozent an ihrem Investmentbank-Geschäft in China - UBS Securities - halten und ihren Geschäftspartnern Anteile abkaufen. Damit wäre sie die erste ausländische Investmentbank mit einer Mehrheitsbeteiligung.

(SDA)